6. November 2008

Quality Score aufbauen durch Top-Position?

Vor 1-2 Jahren galt eigentlich immer die Aussage, dass man bei einem neuen Adwords-Konto zunächst einmal den Quality Score aufbauen muss, indem man sich durch einen sehr hohen CPC auf eine Top-Position bietet, dort eine hohe Klickrate bekommt und dann später den CPC reduziert, um auf einer niedrigeren Position vom hohen Quality Score zu profitieren. Das hat tatsächlich immer sehr gut geklappt und man hat trotz eines hohen Anfangsinvestments langfristig von einem hohen Quality Score profitiert.

Google hat in seinem letzten Quality Score Update den Einfluss der Position auf die Klickrate aus dem Quality Score entfernt. Es wird nun also für jede einzelne Position eine individuelle Klickrate genommen und mit den Wettbewerbern verglichen. Es ist also praktisch nicht mehr möglich auf Position 1 eine hohe Klickrate zu bekommen und später auf Position 5 davon zu profitieren.

Bedeutet das ich muss bei einem neuen Konto gar nicht mehr auf einer hohen Position einsteigen? Doch, die Strategie ist bei Top-Keywords gar nicht so verkehrt, da ich selbst die CPOs auf verschiedenen Positionen testen kann. Wer Google Analytics nutzt, kann im Bericht für "Keyword-Positionen" sehr gut die Klickraten und CPOs der Anzeigen auf verschiedenen Positionen auswerten. Es ist jedoch nicht mehr nötig für eine Woche auf einer Top-Position zu verweilen, um einen Quality Score aufzubauen. Da nicht die Zeit der entscheidende Faktor für den Quality Score ist, sondern die letzten Impressions, ist der Zeitfaktor bei Keywords mit hohem Suchvolumen sowieso immer egal gewesen.

28. Oktober 2008

Adresse unter AdWords-Anzeigen

Es kommt zwar sehr selten vor, aber ab und zu entdeckt man bei Google AdWords-Anzeigen, in denen unter der Display-URL nicht wie beim regionalem Targeting das Bundesland steht, sondern eine komplette Adresse. Über das normale regionale Targeting funktioniert das leider nicht, sondern man muss einen kleinen Trick anwenden. Als Beispiel kann man z.B. nach "fernstudium" suchen und findet dort eine Anzeige der Hamburger Akademie für Fernstudien:

Bei den Anzeigen kann im AdWords-Konto neben normalen Textanzeigen noch zusätzlich eine lokale Anzeige, die bei Google Maps erscheint, geschaltet werden. Hierzu ist es zunächste Voraussetzung, dass ich meine Adresse im Local Business Center hinterlegt und auch korrekt eingetragen habe. Anschließend kann ich ganz einfach in einer Anzeigengruppe neben meinen normalen Textanzeigen ein lokale Anzeige schalten. Bei den Keywords, die in dieser Anzeigengruppe stehen, wird nun auf Google.de unterhalb der normalen Anzeige noch eine Zeile mit meiner Adresse erscheinen. Es ist eigentlich ganz einfach, nur macht es bisher kaum jemand.

27. Oktober 2008

Quality Score: Historische Klickrate

Ein Bestandteil des Quality Scores ist die historische Klickrate des Keywords auf Google. Was bedeutet das nun und warum verwendet Google diese Komponente im Quality Score? Es gibt Keywords bei denen ca. 70% aller Klicks auf AdWords-Anzeigen gehen, da diese für die User sehr gute Informationen darstellen. Hier handelt es sich meistens um sehr kommerzielle Keywords und der User ist auf der Suche nach einem Produkt, das er kaufen möchte. Auf der anderen Seite gibt es Keywords, bei denen so gut wie nie User auf Anzeigen klicken, da diese zu 99% auf Ergebnisse im Index klicken.

Sucht ein User z.B. auf Google.de nach "spiegel", so findet er dort keine Anzeige. Die meisten User sind hier auf der Suche nach spiegel.de und klicken gleich auf das erste Ergebnis. Was passiert denn nun wenn der Spiegel hier gerne seine Abos bewerben möchte und schaltet eine AdWords Anzeige? Oft ist es in diesem Fall leider so, dass die Anzeige gar nicht erst ausgeliefert wird, da die historische Klickrate bei diesem Keyword sehr niedrig ist.

Es macht in den meisten Fällen Sinn diese Komponente mit in den Quality Score aufzunehmen, wobei es doch immer wieder zu seltsamen Fällen kommt, indem hochgradig relevante Anzeigen nicht ausgeliefert werden, da der QS-Algorithmus sagt, dass die historische Klickrate sehr niedrig ist.

24. Oktober 2008

Neu: Produkte in der AdWords-Anzeige

In den USA wird bei Google gerade getestet Produktinformationen mit in die AdWords-Anzeige aufzunehmen. Wer nach "diamonds" sucht, findet dort eine Anzeigen von BlueNile.com:

Wenn ich nun auf den blauen Link unterhalb der Anzeige klicke, öffnet sich ein Feld, in dem weitere Produkte des Shops zu sehen sind:

Ich weiss zwar nicht, ob diese Version auch bald nach Deutschland kommt, finde es jedoch sehr interessant. Ob die User tatsächlich auf diese Art und Weise nach Produkten recherchieren werden, kann ich mir kaum vorstellen, aber die Technik kann noch für viele weitere Bereiche ausgedehnt werden.

Anzeigengruppen für das Content Targeting

Wie sieht eigentlich die perfekte Anzeigengruppe für das Content-Netzwerk aus, um ein möglichst gutes Targeting zu erzielen? Während im Search-Bereich bei Top-Keywords Anzeigengruppen mit nur einem Keyword sinnvoll sind, damit ich möglichst präzise Anzeigentexte schreiben kann, sollten Anzeigengruppen für das Content-Netzwerk stets mehrere Keywords beinhalten. Voraussetzung ist hier natürlich erst einmal, dass Search und Content in unterschiedlichen Kampagnen laufen.

Für das Content-Netzwerk sollten laut Google ca. 20-30 Keywords in einer Anzeigengruppe stehen, um ein optimales Targeting zu erzielen. Ich hab selbst meistens nur 10-15 Keywords gewählt, was eigentlich immer sehr gut geklappt hat. Warum nun gerade 10-15 Keywords? Google betrachtet bei den Anzeigengruppen fürs Content-Netzwerk gar nicht mehr als 30 Keywords und es ist kein Unterschied ob nun 30 oder 100 Keywords in der Anzeigengruppe vorhanden sind, da nur die ersten betrachtet werden.

Des Weiteren können sich die Keywords in den Anzeigengruppen sehr gut wiederholen. Zum Beispiel würde es keinen Sinn machen die folgenden Keywords in eine Anzeigengruppe zu setzen:

auto
autos
gebrauchtwagen
mercedes
bmw
vw
toyota
neuwagen
oldtimer
etc.

Es wird zwar sehr schön das Thema beschrieben, jedoch erziele ich hier nicht das beste Targeting. Ich würde mir hier eher ein Keyword wie "auto" nehmen und um dieses Wort herum die Anzeigengruppe erstellen:

auto
autos
autos gebraucht
mercedes auto
auto markt
bmw auto
gebrauchte autos
auto auto
etc.

Hierfür kann nun ein sehr spezifischer Anzeigentext geschrieben werden, in dem natürlich ebenfalls das Wort "auto" in der Headline und im Text vorkommt. Es ist zwar nicht sehr schön, aber ich setze meistens das wichtigste Keyword noch einmal doppelt in die Anzeigengruppe (in diesem Fall "auto auto"), was immer das Targeting erhöht.

Die Kampagnen für das Content-Targeting sehen meistens auch total furchtbar und unübersichtlich aus, da ich in der Regel immer hunderte von Anzeigengruppen erstelle, was die Reichweite enorm erhöht. Als Zusammenfassung sollte man für die Anzeigengruppen die folgenden Punkte beachten:

  1. Nur 10-15 Keywords in eine Anzeigengruppe setzen
  2. Sich ein Keyword heraussuchen, das am wichtigsten ist und es durch Kombinationen mehrmals einbuchen
  3. Passende Anzeigentexte für das Top-Keyword schreiben und das Wort ebenfalls in die Headline und den Text setzen

24. September 2008

Landing Pages mit oder ohne Navigation?

Schlanke Landing Pages werden oft als sehr professionell und modern angesehen. Bestellt man bei einer Grafikagentur moderne Landing Pages kommen als Resultat oft grafisch sehr schöne Seiten heraus. Es wird bei den Landing Pages immer mehr darauf geachtet, dass sie sehr schlank und übersichtlich sind, damit der User schnell an sein Ziel kommt und kauft. Ist es denn nun zum Beispiel besser eine Landing Page mit oder ohne Navigation auf der Seite zu erstellen?

Als Ausgangsbasis könnte man die Landing Page von T-Mobile nehmen, die für einzelne Produkte verwendet wird:
Wir haben hier gleich 2 Navigationen, die jeweils links und oben zu finden sind. Der User, der auf diese Landing Page gekommen ist, hat nach "sony ericsson c902" gesucht, was schon eine sehr konkrete Suchanfrage ist, die bedeutet, dass der User im Kaufprozess schon sehr weit fortgeschritten ist. Im Menü werden nun viele weitere Optionen angeboten, die den User ablenken können und nichts direkt mit dem Produkt zu tun haben.

Wenn ich jetzt einfach mal testweise die Navigation auf der linken Seite ausblende, bekomme ich als Resultat die folgende Seite:

Natürlich kann man die Seite grafisch anspruchsvoller gestalten, aber das ist jetzt nur eine technische Spielerei, die zeigt, wie einfach ein Test sein kann. Die neue Version wirkt sehr viel aufgeräumter und lenkt den User nicht so sehr durch eine Navigation mit anderen Produkten ab. Doch welche Version ist nun besser?

Keiner kann das in diesem Fall zu 100% sagen, aber ich würde hier auf Version 2 tippen. Wir haben mit Trakken in anderen Bereichen, wie Finanzen, durch ähnliche simple Tests die Conversion Rates kurzfristig um 50% angehoben, was zeigt wie groß das Potenzial sein kann. Die Navigation ist nur eine einfache Möglichkeit zur Optimierung von Landing Pages und es gibt noch unzählige weitere.

Wie geht man nun an das Thema heran? Es ist sehr einfach und kostet im ersten Schritt nicht viel, da der kostenlose Google Website Optimizer genutzt werden kann. Wer die ersten 2-3 Tests gestartet hat, wird bestimmt nach kurzer Zeit süchtig nach testen:)

Doch ist abschließend gesagt eine Navigation auf der Landing Page immer schlecht? Nein, natürlich nicht, denn sie gibt dem User oft einen vertrauensvollen Eindruck und zeigt ihm, dass es sich bei dieser Website um einen umfangreichen, großen Shop handelt, in dem er zur Not auch stöbern kann, wenn das Produkt selbst nicht so gut gefällt. Wir haben die Navigation in Tests auch schon ausgeblendet und dadurch die Conversion Rate um 20% verringert. Grundsätzlich sollte man deshalb beide Ansätze einmal testen und wird bestimmt viel Spass dabei haben. Die Verbesserung der Conversion Rate wird sich auch sofort auf die SEM-Kampagne auswirken, da es wieder etwas mehr Spielraum bei den CPCs gibt.

Mole2 - live aus dem Trakken office

Montag Abend 19 Uhr, saßen 2 Personen mit einem Mikrofon in einer dunklen Ecke vom Konferenzraum im Büro. Noch etwas unschlüssig wie es jetzt losgehen soll und nur eine erste Agenda auf dem Flipchart, die gerade noch im Entstehen war, ging es ein paar Minuten später los und der erste Web Analytics Podcast von Ex-Googler Timo Aden und Mr. Coremetrics Patrick Ludolph ging live. Mole2 wird ab sofort regelmäßig über die Welt der Web Analyse berichten und neue Trends im Markt sowie kleine Hacks vorstellen. Ich bin mir sicher, dass es ein paar Leute gibt für die das sehr interessant ist, da sich bisher auch schon eine beeindruckende Zahl von 4.100 Personen einen RSS-Feed von Timo´s Blog über Web Analytics bestellt haben.

Ich wünsch euch viel Erfolg bei dem Podcast!

22. September 2008

Quality Score = 10/10? Es ist so einfach!

Auf seroundtable.com habe ich einen Artikel zum Thema Quality Score gefunden, der im Forum von Searchenginewatch diskutiert wurde. Hier ging es einmal wieder um die Landing Page Quality, Keywords im Title, in der URL und auf der Seite. Das Beispiel zeigt wie ich einfach zu einem Quality Score von 10 (nach der neuen Skala) komme, indem ich ein paar Grundsätze beachte:

  • Keyword sollte in der URL vorkommen
  • Keyword erscheint im title tag
  • es wird keine Navigation verwendet
  • keine Anzeigen
  • keine Links
  • viel Text über mein Keyword
Als Resultat erschien im AdWords-Konto sofort ein Quality Score in Höhe von 10. Hm, ich hatte in einem früheren Artikel zum Quality Score einmal geschrieben, dass ich nicht so viel von dieser Theorie halte und sie zum Teil sogar falsch finde. Lieg ich nun doch falsch?

Schauen wir uns noch einmal den Versicherungsbereich an, der in der Regel sehr hohe CPCs hat, von sehr professionellen Agenturen betreut wird und sehr kompetitiv ist. In Deutschland sind unter den Top 3 Anzeigen (jedenfalls heute) bei dem Keyword "versicherung" Directline, R+V sowie Zurich Connect.

Directline:
  • Keyword sollte in der URL vorkommen: kommt nicht vor
  • Keyword erscheint im title tag: nein
  • es wird keine Navigation verwendet: keine Navigation
  • keine Anzeigen: richtig
  • keine Links: interne und externe Links
  • Viel Text über mein Keyword: Keyword kommt im Text nicht vor
R+V:
  • Keyword sollte in der URL vorkommen: nein
  • Keyword erscheint im title tag: nur in einer Kombination
  • es wird keine Navigation verwendet: Navigation wird angezeigt
  • keine Anzeigen: richtig
  • keine Links: richtig
  • Viel Text über mein Keyword: kein Text
Zurich Connect:
  • Keyword sollte in der URL vorkommen: nein
  • Keyword erscheint im title tag: nein
  • es wird keine Navigation verwendet: richtig
  • keine Anzeigen: richtig
  • keine Links: richtig
  • Viel Text über mein Keyword: Keyword kommt im Text vor
Zum Teil wurden die neuen Erkenntnisse bei den 3Versicherungen schon umgesetzt und sie müssten sich einem Quality Score von 10 annähern. Wenn ich nun wieder in den USA bei "insurance" nachschaue, erscheinen dort GEICO, esurance und Allstate in den Top 3. Keine dieser Seiten beachtet die Grundsätze über Landing Pages und sie müssten demnach ein enormes Potenzial haben.

Ich hab selbst schon sehr viele Experimente mit Landing Pages gemacht und würde mich niemals an Weisheiten wie den oben genannten halten. Eventuell kommen einige der Kriterien im Algorithmus der Landing Page Quality vor, was jedoch nicht heisst, dass es so einfach ist einen hohen Quality Score zu erzielen. Im Vordergrund sollte noch immer die Conversion Rate stehen und hier gibt es viel höhere Hebel. Wer sich an die "Regeln" für Landing Pages halten würde, erstellt bestimmt so schlechte Landing Pages, die beim harten Wettbewerb nicht mithalten können.

Also als Zusammenfassung kann ich nochmal sagen, dass ich die Theorie für totalen Quatsch halte und es ist schade, dass hier immer noch so viel diskutiert wird. Landing Pages sollen für User optimiert werden und nicht für Google und die Theorien einiger "Experten".

21. September 2008

Kommt AdWords/AdSense Arbitrage zurück?

Es ist gar nicht so lange her als es noch sehr einfach war viel Geld durch AdWords/AdSense Arbitrage zu verdienen. (Werbung mit AdWords schalten und auf der eigenen Seite sehr prominent AdSense positionieren) Es gibt auch in Deutschland einige Leute, die hiermit in den letzten Jahren sehr sehr gut verdient haben. Quality Score und Landing Page Quality haben diesem Arbitrage-Modell einen Strich durch die Rechnung gemacht und heute ist kaum noch eine Seite zu finden, die auf hohem Niveau AdWords/AdSense Arbitrage durchführt. Was ist passiert? Werden die AdSense-Anzeigen nicht prominent genug platziert, ist leider die Klickrate so gering, dass das Arbitrage-Modell nicht aufgeht. Platziere ich die Anzeigen dagegen sehr aggressiv auf der Landing Page und habe dadurch eine hohe Durchklickrate, schlägt die Landing Page Quality zu und ich muss mit meinen AdWords-Ausgaben hochgehen.

Es gibt ein paar Anzeichen, dass demnächst eine Integration von AdSense in Google Analytics kommen wird. Digital Inspiration hat bereits einige Analytics Screenshots veröffentlicht, die die verschiedenen Reports zeigen. Es wird also sehr verlockend hier ein wenig mit Arbitrage zu experimentieren, da das Modell durch Analytics leicht ausgesteuert werden kann. Wenn ich in einer Oberfläche AdWords-Ausgaben und AdSense-Einnahmen pro Keyword gegenüberstellen kann, kann es eigentlich nicht schief gehen.

Leider gibt es hier nach wie vor die Landing Page Quality, die bestimmt dieses Arbitrage-Modell verhindern wird....zumindest sobald eine kritische Masse überschritten wird und es sich wirtschaftlich lohnt. Arbitrage mit AdWords ist heute fast verbreiteter als je zuvor, jedoch klappt das kaum noch mit AdSense, sodass ich das jetzt auch nicht mehr versuchen würde.

71 Euro für Platz 1 bieten?

Jede Änderung am Quality Score von AdWords wird mit Spannung erwartet und oft gibt es auch bei einigen Kunden ein böses Erwachen, wenn plötzlich die Performance nach unten geht. In der Regel sind die kleinen Änderungen kaum spürbar und der Quality Score ändert sich in kleinen Schritten.

Die aktuelle Änderung bei den Mindestgeboten geht nun langsam live und in einigen AdWords-Konten sind die Anzeigen für das "Gebot für Seite 1" schon zu sehen. Naja, so ganz hat AdWords das System noch nicht im Griff, da es manchmal zu sehr seltsamen Ergebnissen kommt:


In diesem Fall wird von AdWords ein Gebot von 71 Euro für Seite 1 empfohlen. Ich befürchte in diesem Fall wird der CPO kaum eingehalten werden und es scheint, als ob das Keyword irrelevant ist. Leider ist es ein sehr gutes Keyword, das genau das Geschäftsmodell der Website widerspiegelt und bei den bisherigen Impressions wurde die Anzeige bei diesem Keyword im Durchschnitt auf Position 2,5 ausgeliefert. Hm, nun verstehe ich die 71 Euro noch weniger....

19. September 2008

Conversion Tracking ohne Google-Logo

Durch die OMD habe ich nur mit etwas Verzögerung mitbekommen, dass Google eine kleine Änderung vorgenommen hat, die für die meisten Nutzer des Conversion Trackings bestimmt interessant ist, jedoch kaum einer etwas an seiner Seite ändern muss.
Es ist jetzt möglich das AdWords Conversion Tracking zu nutzen, ohne dass auf der Bestätigungsseite "Google Website-Statistiken" erscheint. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass jemand tatsächlich das kleine Logo eingeblendet hat, obwohl es eigentlich von Google vorgeschrieben war. Der Schritt ist deshalb sehr gut und Google hat erkannt, dass es für User eher abschreckend wirkt, wenn Google selbst auf Kaufbestätigungsseiten erscheint.

23. Juni 2008

In 16 Minuten im Index

Mal ganz am Rande. Ich habe mal gestoppt wie lange es dauert bis ein Artikel von Inside-SEM.com im Google Index erscheint: 16 Minuten! Das ist schon beeindruckend und ich staune immer wieder wie schnell Google geworden ist. Inside-SEM.com ist nunmal keine Top-Nachrichtenseite mit sehr aktuellen News, sodass ich wirklich staune, dass die Aktualität bei so vielen Blogs ernst genommen wird. Bei Yahoo war nach 30 Minuten noch immer nichts zu sehen...

Marktplatz zur Anzeigenerstellung

Ich weiss zwar nicht, ob ich mich vielleicht einfach zu sehr auf die Online-Welt fokussiert habe oder ob Google sein AdWords-Produkt etwas verwässert. Bisher habe ich versucht bei Inside-SEM.com möglichst wenig über die neuen Werbemöglichkeiten bei AdWords zu schreiben, da es meiner Meinung nach hier nicht hingehört. Jetzt gibt es in der AdWords-Oberfläche bei einigen Konten bereits den Marktplatz zur Anzeigenerstellung, wo AdWords-Kunden unter verschiedenen Anbietern für die Erstellung von z.B. TV-Anzeigen auswählen können. Es ist zwar ganz nett, dass Google so etwas anbietet, jedoch empfinde ich all die neuen Möglichkeiten zurzeit eher als störend und nicht als Mehrwert.

Ob es in ein paar Monaten oder Jahren "normal" sein wird seine gesamten Marketingaktivitäten über die Google-Tools zu steuern weiss ich nicht. Im Augenblick möchte ich aber über die AdWords-Oberfläche meine SEM-Kampagnen steuern und nicht Audio-, TV- oder Print-Anzeigen schalten. Die Präsentation über den Marktplatz habe ich mir trotzdem angesehen, da man ja nie weiss, ob sowas nicht die Zukunft ist ;)

22. Juni 2008

Hab ich ein Problem mit der Ladezeit meiner Website?

Google hat seit dem 18.06. die Ankündigung umgesetzt und die Ladezeit einer Landing Page mit in den Quality Score aufgenommen. Was sich recht simpel anhört, ist allerdings ein recht komplexer Berechnungsvorgang und Google versucht im Help Center ein wenig zu erklären wie die Ladezeit berechnet wird. Puh, muss es denn wirklich so kompliziert sein und wie kann ich jetzt meine Ladezeit beeinflussen?

Wie bei fast alles Komponenten des Quality Scores handelt es sich auch hier wieder nur um eine Komponente von vielen. Wenn meine Website ab und zu mal etwas länger lädt, muss das noch lange kein K.O.-Kriterium für meine AdWords-Kampagne sein. Es wird hier eher darum gehen die schwarzen Schafe mit einer extrem langen Ladezeit auszusortieren und nicht die Masse an guten AdWords-Kunden zu bestrafen. Am besten ist es deshalb erstmal nichts zu machen und sich nicht überstürzt an die Optimierung der Performance zu machen. In der Regel gibt es noch viele andere Schrauben an denen gedreht werden kann bevor die Ladezeit bearbeitet wird.

Ob ich ein Problem mit der Ladezeit habe, kann ganz einfach überprüft werden, indem ich in eine Anzeigengruppe gehe und auf die kleine Lupe neben einem Keyword klicke. In der Keyword-Analyse steht nun schon seit ein paar Wochen bei den "Details des Qualitätsfaktors" die Ladezeit der Zielseite. In den meisten Fällen sollte dort allerdings "Es wurden keine Probleme festgestellt." stehen.

Affiliate-Kampagnen mit Refined Ads steuern

Lange Zeit habe ich gar nicht gewusst an was Thomas Bindl bastelt und ich wusste auch nicht warum sich Holtzbrinck an Refined Labs beteiligt hat. Nachdem ich Thomas in Hamburg getroffen habe und er mir Refined Ads gezeigt hat, war jedoch klar, dass sich die Arbeit wohl gelohnt haben wird.

Der Margendruck für Affiliates wird immer höher und gerade für Affiliates, die SEM-Kampagnen schalten und keine generische Domain haben, wird es immer schwerer. Da ich mich nun schon seit langer Zeit nicht nur mit AdWords-Kampagnen, sondern auch mit der Conversion Optimierung und dem Web Controlling beschäftigte, gehört es natürlich auch dazu die Möglichkeiten für SEM-Publisher zu untersuchen.

Refined Ads ist in meinen Augen eine Art AdWords Editor mit API zu Google und den Affiliate-Plattformen wie Affili.net oder Zanox. Wenn ich nun eine Vergleichseite für Prepaid Handys habe und dort von den Übersichtstabellen über Zanox-Links zu den entsprechenden Anbietern verlinke, sehe ich auf der einen Seite zwar die detaillierten Kosten pro Keyword im AdWords-Interface, jedoch kenne ich nicht die entsprechenden Umsätze pro Keyword. Die Festsetzung der Keyword-Gebote ist in diesem Fall ein Blindflug und ich kann unmöglich meine AdWords-Kampagne optimieren.

Bei Refined Ads ist es nun möglich in einer Oberfläche die Statistiken zu Umsatz und Kosten auf einen Blick zu haben. Dazu kommen noch die zahlreichen Möglichkeiten zur Bearbeitung der AdWords-Kampagnen wie man sie beim AdWords Editor kennt. Für mich sind allerdings gar nicht die Möglichkeiten zur Bearbeitung das Entscheidende, sondern die umfangreichen Statistiken auf Keyword-Level. Wenn ich sehe, dass bei vielen Keywords ein negativer ROI zustande kommt, muss ich entweder meine Gebote senken oder ich arbeite noch ein wenig an meiner Website um die Conversion Rate zu optimieren.

All die Möglichkeiten von Refined Ads sind nur ganz nett und bringen keinen Mehrwert, wenn man sich die Zahlen nur ansieht. Tools sollten trotz der vielen Berichte immer nur als Arbeitsmittel genutzt werden, um die Kampagnen weiter zu optimieren. Da man nun auch in der gleichen Oberfläche die Kampagnen bearbeiten kann, wird die Produktivität weiter erhöht.

Professionelle SEM-Agenturen bieten ihren Kunden schon seit langem sehr gute technische Lösungen zur Optimierung der Kampagnen an und die Gebotssteuerung erfolgt oft schon automatisch. Affiliates haben in der Regel jedoch keinen Zugang zu diesen Tools, obwohl sie oft schon 4-stellige Tagesbudgets bei AdWords haben. Ich denke Refined Ads ist eine der besten technischen Lösungen die Affiliates für die Aussteuerung der Kampagnen nutzen können.

Ist SEM für Affiliates noch profitabel?

Für Affiliates wird es immer schwieriger durch SEO bei kommerziellen Suchbegriffen auf die vorderen Plätze bei Google zu kommen. Wer nicht monatelang warten möchte und viel Geld für das Linkbuilding ausgeben will, kann auf Plan B umsteigen und AdWords-Kampagnen schalten.

Leider ist es auch hier nicht gerade einfach auf eine relevante Zahl an Besuchern zu kommen, da fast jeder Anbieter heutzutage selbst AdWords schaltet und sich durch höhere Margen höhere CPCs leisten kann. Wo sind denn jetzt noch die Lücken für Affiliates zu finden und wie kann ich noch durch AdWords-Kampagnen eine 2-stellige Marge erzielen? Der Klassiker auf den viele sich verlassen ist der Long Tail an Keywords. Leider sind auch hier die großen Anbieter immer besser geworden und deren SEM-Agenturen haben sehr umfangreiche Keywordlisten, die kaum noch Lücken für Affiliates zulassen.

Ganz so schlimm kann es also nicht sein, denn wer z.B. nach "dsl vergleich", "kredit vergleich" oder "prepaid vergleich" sieht dort zahlreiche Anzeigen von Affiliates. Wer bei Google nach einem Vergleich oder einer Anbieterübersicht sucht, möchte gar nicht auf die Webseiten der Anbieter gehen, sondern sucht gerade Vergleichseiten, die umfassende Informationen über alle Anbieter liefern. Google wird also auch nichts gegen Affiliates, die AdWords-Kampagnen schalten, haben, da die User gezielt nach solchen Seiten suchen. Es kann deshalb auch nicht sein, dass es schlecht für den Quality Score ist, wenn eine Website viele ausgehende Affiliate-Links auf der Seite hat.

Was kann ich als Affiliate nun machen, um hier wettbewerbsfähig zu sein? Als erstes führt natürlich nichts an einer sauber strukturierten AdWords-Kampagne vorbei, wobei ich mich nicht auf die Top-Keywords stürzen würde, sondern gezielt Keywords schalte, bei denen die User einen Überblick haben wollen. Keywords in Kombination mit "vergleich", "anbieter" oder auch "tarife" sind hier bestimmt ein guter Start.

Des Weiteren wird kein Weg daran vorbei führen absolut effiziente Landing Pages zu bauen, die einfach besser und zielführender sind als die meiner Wettbewerber und der Direktanbieter. Der Google Website Optimizer ist hier bestimmt ein einfacher und kostengünstiger Einstieg in die Welt der multivariaten Optimierung.

Der wichtigste Punkt von allen ist aber eine perfekte Kalkulation auf Keyword-Level, um die Gebote der AdWords-Kampagne auszusteuern. Leider gibt es hier oft Probleme, da ich auf der einen Seite die AdWords-Oberfläche mit den Kosten habe und auf der anderen Seite die Affiliate-Plattformen wie Affili.net oder Zanox mit den Umsätzen. Nachdem ich letze Woche Zanox (Look@Landingpages) getroffen habe und mir im Vorfeld zur SES Thomas Bindl sein Tool Refined Ads gezeigt hat, will ich die beiden Tools in den nächsten Artikeln einmal genauer vorstellen.

Obwohl es immer schwieriger wird erfolgreich als SEM Publisher aufzutreten, lässt sich hier immer noch extrem viel Geld verdienen. Es wird durch eine professionelle Herangehensweise mit perfekten Landing Pages und einer detaillierten Kalkulation möglich sein kompetitiv AdWords zu schalten.

12. Juni 2008

Google Search Quality bei Inside-SEM


Da es bei der SES in Hamburg nicht nur um SEM geht, sondern auch ein paar Leute für SEO kommen, habe ich meine Ex-Kollegin Stefanie Dürr aus dem Search Quality Team von Google interviewt, um schon im Vorwege ein paar Fragen zu klären.

Inside-SEM: Wie kommt es, dass du am 23.06. bei der SES in Hamburg öffentlich auftrittst? Bis vor kurzem hat man doch fast nie jemanden vom Google Search Quality Team in der Öffentlichkeit gesehen.
Stefanie Dürr: Ich bin schon seit 2006 auf diversen Konferenzen unterwegs. Allerdings stand für mich zum damaligen Zeitpunkt eher im Vordergrund, erst einmal zu verstehen, wie wir unsere deutschen User und Webmaster am besten mit Infos und Tools unterstützen können. Wirklich wahrgenommen wurde unser Team dann erst, als wir unseren Webmaster Blog im März 2007 und unser Diskussionsforum für Webmaster im Mai 2007 gelauncht haben. Und Hamburg möchte ich natürlich nicht auslassen. Wer könnte das besser verstehen als Du, Lennart?!

Inside-SEM: Treten bei Events wie der SES auch Leute an Dich heran, die konkrete SEO-Tipps haben wollen?
Stefanie: Natürlich nutzen die Konferenz-Teilnehmer die Gelegenheit, Hinweise aus erster Hand zu erfragen. Allerdings ist es gleichzeitig unser Prinzip, allen Webmastern gegenüber transparent zu sein – unabhängig davon, ob sie Betreiber einer großen oder kleinen Site sind, und ob sie gerade eine bestimmte Konferenz besuchen oder nicht. Daher liegt unser Schwerpunkt auf der Vermittlung, wo die entsprechenden Antworten in der Webmaster-Zentrale zu finden sind. Genau aus diesem Grund haben wir ja im August 2006 die Webmaster-Zentrale gelauncht, um allen Webmastern Zugriff auf die gleichen Ressourcen zu ermöglichen.

Inside-SEM: Reden die Webmaster eigentlich offen mit Dir und erzählen von ihren Projekten oder ist es eine einseitige Kommunikation von Google zu den Webmastern?
Stefanie:
Die überwiegende Mehrheit der Webmaster erläutert, worum es bei ihrer Site geht. Alles andere würde das Troubleshooting auch eher schwierig gestalten. Und die Webmaster haben ja ein Interesse daran zu erfahren, wie sie ihre jeweilige Site Google-freundlicher gestalten können. Bei den Webmastern allerdings, die eher etwas zu verbergen haben, kommt es mitunter auch vor, dass sie dann doch lieber über die SEO-Projekte anderer erzählen statt über die eigenen.

Inside-SEM: Ihr schreibt im Webmaster-Blog immer wieder, wie wichtig Euch das Feedback ist? Geht es bei den bisherigen Möglichkeiten bezahlte Links und Webspam zu melden nur um das Anschwärzen von Wettbewerbern oder wie sieht das Feedback in der Regel aus?
Stefanie: Neben den beiden genannten Möglichkeiten in Bezug auf bezahlte Links und Webspam, über die wir auch erst kürzlich auf unserem Webmaster Blog berichtet haben, gibt es noch eine Reihe weiterer Arten, uns Feedback mitzuteilen: Zum Beispiel gibt es in unserem Diskussionsforum für Webmaster eine Kategorie für Vorschläge und Ideen für neue Features für die Webmaster-Tools und auf unserem Webmaster Blog bieten wir die Möglichkeit, Kommentare zu posten. Auch Konferenzen sind für uns eine gute Gelegenheit, auf direktem Wege Verbesserungsvorschläge von Webmastern zu erhalten. Zweiseitige Kommunikation ist uns deswegen so wichtig, weil natürlich nur unsere User letztlich entscheiden, wie gut unsere Suche funktioniert. Dieses Feedback nutzen wir für Lösungen, die allen Usern und Webmastern zu Gute kommen. Das Resultat von User-Feedback sind z. B. neue Artikel in unserer Hilfe für Webmaster, Blog Posts oder neue Features in den Webmaster-Tools (wie etwa der robots.txt-Generator, der seit März in den Webmaster-Tools zur Verfügung steht).

Inside-SEM: Kommt ihr überhaupt dazu, Euch jedes einzelne Feedback anzuschauen und zu bewerten?
Stefanie: Bei Feedback, das uns Webmaster über unser Diskussionsforum oder über die Kommentare zu unserem Blog zukommen lassen, könnt Ihr sichergehen, dass wir uns das in jedem Fall ansehen und gegebenenfalls an die entsprechenden Stellen weiterleiten.
In Bezug auf Spam-Reports ist zu beachten, dass es zwei Arten gibt: Ein
authentifiziertes Formular, das die Anmeldung in den Webmaster-Tools voraussetzt, und ein nicht authentifiziertes Formular. Diejenigen Spam-Reports, die Ihr uns mittels des authentifizierten Formulars schickt, werden stärker gewichtet und öfter individuell untersucht. Spam-Reports, die mittels des nicht authentifizierten Formulars eingereicht werden, werden nach ihrer Auswirkung eingestuft, und ein großer Teil dieser Reports wird ebenfalls von uns überprüft. Der andere Teil wird dazu herangezogen, unsere Suchalgorithmen maschinell zu verbessern.

Inside-SEM: Search Quality wird gerne als Webspam Bekämpfung gesehen und die SEOs stellen Euch öfters als die andere Seite dar. Geht es bei dem Job tatsächlich hauptsächlich um Webspam oder liegen eigentlich andere Themen im Fokus?
Stefanie: Das Mission Statement von Google besagt, dass unser Ziel darin besteht, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Darin klingt an, dass der Bereich Search Quality ein viel weitergefächertes Spektrum umfasst als nur den Bereich Webspam. Ein übergeordnetes Ziel verbindet allerdings all die unterschiedlichen Teams im Bereich Search Quality: Die Sucherfahrung unserer User zu verbessern und das in allen Teilen der Welt. Ein ganz aktuelles Beispiel unserer Arbeit könnt Ihr z. B. sehen, wenn Ihr die Suchanfrage "Euro 2008" eingebt. Damit könnt Ihr direkt auf der Ergebnisseite den aktuellen Spielstand und die Ankündigung des nächsten Spiels sehen – maximal relevante Ergebnisse in minimaler Zeit. Weitere Einblicke in unsere Arbeit bietet der Blog Post von Udi Manber, der auf unserem Webmaster Blog eine sehr lesenswerte Einführung in Search Quality bei Google gibt.

Inside-SEM: Vielen Dank für das Interview und bis zur SES in Hamburg.

11. Juni 2008

Trends im SEM mit Martin Sinner

In 2 Wochen steigt die SES in Hamburg und Martin Sinner wird die Keynote Speech halten. Mit Idealo hat er in den letzten Jahren einen bekannten Preisvergleich aufgebaut, der sich bei Google durch eine sehr hohe Präsenz im Index auszeichnet. Allein diese Präsenz zeigt, dass Martin einer der Top-Experten auf dem Gebiet Suchmaschinenmarketing in Deutschland ist und man bestimmt noch einiges von seinen Erfahrungen lernen kann. Als wir uns im Vorwege der SES einmal über die Trends im Suchmaschinenmarketing unterhalten haben, kam die Idee ein paar der Punkte in einem kurzen Interview zu veröffentlichen.

Inside-SEM:
Hi Martin, du hältst am 23.06. die Keynote bei der SES in Hamburg. Kannst du schon verraten was die Trends im Suchmaschinenmarketing sind?
Martin Sinner: Für mich sind die derzeitigen Trends das Thema vertikales Suchen (insbesondere regionales Suchen), Mashups und Aggregatoren sowie das Thema Flexibilität bei der Abrechnung von Adwords.

Inside-SEM: Jedes Online-Unternehmen will noch wachsen, wachsen und wachsen. Sind Suchmaschinen noch große Wachsumstreiber für die Marketing-Strategie oder siehst du andere Kanäle in die zurzeit investiert werden sollte?
Martin: Sicherlich bleibt Google eine wichtige Quelle für Wachstum, aber Google wächst nicht mehr sehr stark und fast jeder macht SEO und SEM. Offensichtlich sucht der Markt derzeit massiv nach Alternativen zu SEO und SEM. Klassische Werbung könnte für einige Geschäftsmodelle zur echten Alternative werden.

Inside-SEM: Hat SEO oder SEM (AdWords) mehr Potenzial sich in Zukunft als sehr wichtiger Marketingkanal zu entwickeln?
Martin: SEO und SEM hat für meine Begriffe in Richtung Regionalisierung noch ein riesiges Potential, das sich noch lange nicht erschliesst. Hierbei wird einiges über das Handy laufen.

Inside-SEM: Ist es richtig, dass die Klickpreise seit Jahren immer mehr ansteigen?
Martin: In letzter Zeit steigen die Klickpreise nicht mehr so stark an, da immer mehr Werbetreibende auf Qualität und Conversion achten und auch Google auf mehr Qualität achtet.

Inside-SEM: Ist Klickbetrug für dich noch ein Thema?
Martin: Für uns ist das kein Thema mehr. Google dürfte das als flächenhaftes Problem weitgehend gelöst haben. Gegen kleinere Attacken zur Schädigung des Wettbewerbs kann man natürlich nicht all zu viel tun.

Inside-SEM: Google bewegt sich zurzeit durch die PPA-Kampagnen im Content Netzwerk und den Conversion Optimizer immer mehr in Richtung CPA-Abrechnung. Gibt es bei Suchmaschinen einen Trend von CPC zu CPA?
Martin: Ich sehe da eher einen Trend zur Flexibilität bei der Abrechnung. Jeder Advertiser rechnet sich seine Kosten aus und ist bereit einen bestimmten CPO zu zahlen. Ob er den nun direkt ausgewiesen bekommt oder sich vom CPC errechnet ist egal. Google wird allerdings durch die Möglichkeit CPA abzurechnen immer mehr zum Bid Management. Viele vor allem kleinere Kunden werden das nutzen, aber einige der größeren Kunden wollen sich gegenüber Google nicht zu sehr entblössen.

Inside-SEM: Ihr betreibt mit Idealo nun schon seit einigen Jahren ein exzellentes SEO. Warum habt ihr bei AdWords eine geringere Präsenz als im Index?
Martin: Idealo betreibt so viel SEM wie möglich, aber in unserem Segment ist der Wettbewerb leider sehr groß.

Inside-SEM: Wie viele Keywords braucht ein Preisvergleich in seinem AdWords-Konto um 300.000 Produkte zu bewerben?
Martin: 300.000 wären zuviel. Entscheidend ist der Kompromiss zwischen Bedienbarkeit des Accounts und Conversion. Da gibt es irgendwann eine Grenze.

Inside-SEM: Was ist deine Meinung zur Automatisierung von SEM-Kampagnen mithilfe von Bid Management Tools?
Martin: Grundsätzlich ist die Automatisierung solcher Kampagnen der richtige Ansatz, aber ich kenne noch kein Tool von dem ich sagen würde "das ist es". Ich glaube, dass einige Anbieter von solchen Tools auf einem guten Weg sind, Thomas Bindl zum Beispiel. Es haben aber alle Hersteller von Bid Management Tools noch einiges zu tun.

Inside-SEM: Sieht man in deinen Augen einen verstärkenden Effekt wenn man sowohl im Index als auch bei AdWords auf Top-Positionen steht?
Martin: Ja klar, allerdings sehe ich das nur bei echten Top Platzierungen. Es wird immer Leute geben, die sich die werblichen Ergebnisse gut anschauen, auch wenn die generischen Ergebnisse qualitativ gut sind.

Inside-SEM: Betreibt ihr bei Idealo das SEM inhouse oder nutzt ihr eine Agentur? Warum habt ihr euch für diese Lösung entschieden?
Martin: SEM machen wir komplett inhouse. Bei uns hat sich das so etabliert zu einer Zeit als es noch so gut wie keine geeigneten SEM-Agenturen in Berlin gab. Ein bisschen was machen wir sogar für Kunden.

Inside-SEM: Vielen Dank für das Interview und ich freue mich auf deinen Vortrag bei der SES in Hamburg.

10. Juni 2008

AdWords 3.0: Von CPC zu CPA

In manchen Meetings schwärmen die alten Hasen noch von den Anfangszeiten als bei Google noch auf TKP-Basis abgerechnet wurde. Was nur ein paar Jahre her ist, hört sich in der schnelllebigen SEM-Branche schon nach Nostalgie an.

Nachdem jahrelang das CPC-Modell sehr erfolgreich lief, sieht man so langsam einen Wechsel von CPC zu CPA-Abrechnung. Mit der Einführung diverser Bid Management Optionen und vor allem dem Conversion Optimizer, ermöglicht Google den Werbekunden eine Abrechnung auf CPA-Basis, bei der die Aussteuerung der Gebote durch Google erfolgt. Wie jedes Bid Management Tool braucht auch der Conversion Optimizer von Google erstmal eine ausreichende Datenmenge, um die Gebote richtig festzulegen. Mit der Version 2.0 des Conversion Optimizers bietet Google nun die Möglichkeit an von einer CPC- auf eine CPA-Abrechnung umzustellen, wobei pro Kampagne die Voraussetzung von 200 Conversions innerhalb der letzten 30 Tage besteht.

Nachdem schon seit ein paar Monaten im Content-Netzwerk die Möglichkeit einer PPA-Abrechnung besteht, folgt also nun die Cash Cow von Google - Search. Ich finde die Umstellung von Google sehr gut und denke es ist schon sehr innovativ wie Google hier vorgeht. Statt sich auf das erfolgreiche CPC-Modell zu verlassen wird permanent nach neuen Möglichkeiten für die Werbekunden gesucht und das Produkt AdWords weiterentwickelt.

SEM bei Hitmeister: Interview mit Gerald

Letzte Woche war ich in Köln bei den Jungs von Hitflip, die vor gar nicht langer Zeit mit ihrem Portal Hitmeister gestartet sind. Ich finde es schon beeindrucken in was für einem Tempo die Website erstellt wurde und wie intensiv an der Optimierung gearbeitet wird. Bisher gibt es bei Hitmeister vor allem Filme, Bücher, Spiele und Musik, wobei auch der FSK18-Bereich langsam Form annimmt. Wie wichtig ist nun SEM für ein junges E-Commerce Unternehmen und wie geht man die Masse an Keywords an, die für die vielen Produkte gebucht werden müssen. Ich hab mich deshalb mit Gerald Schönbucher getroffen und ein paar Fragen zu SEM gestellt.

Inside-SEM:
Ihr seid vor ein paar Wochen mit dem Portal Hitmeister gestartet und bietet einen Marktplatz für Filme, Bücher, Spiele usw. an. Wie wichtig ist für ein junges Projekt das Suchmaschinenmarketing?
Gerald Schönbucher: Sehr wichtig. SEO benötigt viel Zeit, unser Affiliate Programm muss auch erst wachsen, nur mit SEM konnten wir sofort richtig durchstarten.

Inside-SEM: Gerade in diesem Segment habt ihr mit einigen Platzhirschen zu kämpfen, die sehr starke Marken haben. Spürt man deren Marktmacht?
Gerald: Ja, die spürt man. Der E-Commerce ist ein Haifischbecken, in das wir uns jetzt gewagt haben. Aber obwohl die Etablierten schon sehr viel Erfahrung und auch entsprechende Kontohistorien haben, sehen wir immer mehr Keyword-Bereiche, in denen wir schon auf der gleichen Ebene spielen oder sogar schon einen Edge haben.

Inside-SEM: Macht ihr das SEM inhouse oder habt ihr externe Unterstützung? Warum habt ihr euch für diese Variante entschieden?
Gerald: Wir machen SEM bislang ausschließlich inhouse. So haben wir nicht das Problem, dass wir zunächst Produktwissen und Prozesswissen an eine Agentur tranferieren müssen. Außerdem möchten wir uns zunächst Performance-Referenzpunkte schaffen. Mit diesen können wir dann die Arbeit von Agenturen, sollten wir sie später für das eine oder andere Konto hinzuziehen, vergleichen.

Inside-SEM: Gerade für Retailer gibt es das Problem der Aktualität. Jeden Tag kommen neue Produkte hinzu und es fallen welche weg. Braucht man hierzu Millionen von Keywords?
Gerald: Man braucht dafür sehr viele Keywords, ja. Wir arbeiten daher auch mit mehreren AdWords-Konten. Das Keyword-Management im Longtail ist eine Herausforderung.

Inside-SEM: Ist ein AdWords-Konto mit Millionen von Keywords noch zu verwalten?
Gerald: Das Aufsplitten auf mehrere AdWords-Konten ist sinnvoller. Damit lassen sich auch intern die Verantwortlichkeiten besser strukturieren.

Inside-SEM: Lohnt sich bei so großen Keywordlisten überhaupt SEM mit Yahoo oder ist der Aufwand zu hoch?
Gerald: Wir haben das anfangs getestet, haben unsere Kampagnen aber dann recht schnell pausiert. Wenn man Bid Management-Tools (mit all ihren Vor- und Nachteilen) einsetzt, kann das effizient sein, für uns ist das derzeit nicht der Fall.

Inside-SEM: Ist euer Business tatsächlich ein Long Tail Business, in dem die Masse an Besuchern über sehr viele verschiedene Keywords kommen?
Gerald: Ja, wir betreiben ein Long Tail Business. Es gibt etwa unzählige Spiele, DVDs, Bücher, über die unsere Käufer kommen. Natürlich gibt es daneben auch noch Kernkeywords, die generischer sind. Auch diese spielen eine große Rolle.

Inside-SEM: Wie haltet ihr euch über das Thema AdWords auf dem laufenden?
Gerald: Dein Blog ist natürlich Pflichtlektüre. ;-) Darüber hinaus lesen wir auch noch andere SEM-Blogs und tauschen uns regelmäßig mit SEMlern aus anderen Branchen aus. Es gibt immer wieder Ideen, die branchenübergreifend funktionieren.

Inside-SEM: Vielen Dank für das Interview und noch weiterhin viel Erfolg mit Hitmeister.

9. Juni 2008

Monatsbudget für AdWords-Kampagnen

Bisher war es bei den AdWords-Kampagnen nur möglich für jede Kampagne separat ein Tagesbudget festzusetzen. Dieses Tagesbudget kann jeden Tag bis zu 20% überschritten werden, was allerdings innerhalb von 30 Tagen ausgeglichen wird. Da viele Unternehmen eher mit Monatsbudgets kalkulieren, testet Google nun die Option Monatsbudgets für Kampagnen festzulegen.
Es wird also möglich sein für die Kampagnen in den Einstellungen zwischen Tages- und Monatsbudgets zu unterscheiden.

Starke Marke oder starker Slogan?

Was ist wichtiger bei Anzeigentexten, die Marke in der Headline oder einen Marketingslogan, in dem das gesuchte Keyword vorkommt? In einigen Branchen, wie z.B. Finance, nutzt mittlerweile fast jedes Unternehmen die Möglichkeit statt eines Marketingslogans die Marke in die Headline des Anzeigentextes zu setzen. Beispiel ist hier bei dem Keyword "kfz versicherung" Direct Line oder ASSTEL:Als Alternative könnte ich versuchen z.B. Anzeigentexte mit "Günstige KFZ-Versicherung" oder "KFZ-Versicherung ab 4€" zu versuchen. Wann ist es nun ratsam die Marke in die Headline zu nehmen und wann nicht?

Eine Faustregel gibt es hier leider mal wieder nicht und ich komme um Testen nicht herum. Es kommt zum einen auf die Stärke der eigenen Marke, die Art des Suchbegriffs und auch den Anzeigentexten der Wettbewerber an. Wenn ich z.B. nach "tagesgeld" suche, haben fast alle Anzeigen einen Slogan mit der Verzinsung in der Headline. Beispiele sind hier 1822 oder die VW Bank:

Es heisst also mal wieder einfach testen was besser funktioniert. Ich denke bei Begriffen wie "tagesgeld" ist die Verzinsung das entscheidene Kriterium und es kommt nicht so sehr auf die Bank an. Deshalb sind hier Marketingslogans besser als die Marke.

Grundsätzlich würde ich aber auch eher versuchen die Marke in die Headline nehmen, wenn ich schon eine hohe Markenbekanntheit habe. Naja, aber was versuche ich hier jetzt zu begründen? Im Performance-Marketing gibt es nur eine Lösug und die heisst: Testen!

SEM bleibt SEM

Wie gerne hätten es einige Personen, wenn die Aussteuerung von AdWords-Kampagnen immer komplizierter wird und es durch eine Ausweitung des Quality Scores möglich wird sich durch clevere Tricks einen Vorteil zu verschaffen und ähnlich wie bei SEO einen strategischen Vorteil zu sichern. Als ich einen Artikel von Kevin Gold im SearchMarketing Standard gelesen habe, dachte ich jetzt geht die alte Diskussion wieder los.

Ich sehe es überhaupt nicht so wie Kevin und denke SEM bleibt wie es ist und es wird auch in Zukunft nicht möglich sein die Ergebnisse durch Tricks signifikant zu beeinflussen. Natürlich gibt es auch Blackhat-PPC Techniken und viele SEOs machen in Wirklichkeit durch SEM-Kampagnen ihr Geld und nicht mehr durch SEO. Trotzdem gibt es fast keinen richtig kompetitiven Bereich, in dem ein Marktteilnehmer eine Top-Position durch clevere Tricks belegt.

Ladezeit der Website, Keyword auf der Landing Page, historische Klickrate, usw. sind für viele ein Indiz, dass der Algorithmus immer komplexer wird und es Möglichkeiten gibt ihn auszutricksen. Ich finde die Komponenten des Quality Scores aber alle logisch und es gibt dort auch nicht viel zu tricksen. In Nischen oder im Long Tail Arbitrage Geschäft kann man bestimmt durch Experimente und Austesten des Algorithmus einiges erreichen, jedoch kommt man ohne hohe CPCs niemals bei den richtig kommerziellen Keywords nach vorne.

So sehr es sich einige Marktbeobachter und SEOs wünschen, ich glaube nicht, dass SEM mit dem früheren SEO zu vergleichen ist und auch in Zukunft nicht sein wird.

7. Juni 2008

Top-Position: Marktmacht durch Marken

Ich lese gerne den E-Commerce Blog von Jochen Krisch oder auch Deutsche Startups und staune immer wieder über die unzähligen kleinen E-Commerce Websites, die durch kreative Ideen die großen Platzhirsche angreifen wollen. Trotz hervorragender Website und ansprechendem Layout fehlt oft der nötige Traffic, sodass schnell auf SEO und AdWords gesetzt wird. Im Index gibt es leider kaum ein Vorbeikommen an den starken Preisvergleichen und bei AdWords blockieren fast überall die großen Retailer Otto, Quelle, Neckermann und Co. die Top-Positionen und bekommen die Masse der Besucher. Wie kann es nun sein, dass ich mit einer AdWords-Kampagne kaum an den großen Anbietern vorbeikomme und eine Position vor denen erlange? Hier kommt der Quality Score ins Spiel, der die starken Marken der großen Anbieter unterstützt. Für die meisten Kunden ist eine bekannte Marke nun einmal sehr wichtig und die großen Retailer haben in der Regel immer eine bessere Klickrate als neue Anbieter. Der Anzeigentext kann dabei noch so gut sein, der eigene Quality Score wird fast immer vergleichsweise niedrig sein.

Leider ist es in den letzten Monaten für neue Anbieter immer schwieriger geworden in den Markt einzusteigen, da Google den Quality Score sehr stark in der Formel zur Bestimmung des Rankings gewichtet hat. Ein guter Anzeigentext, in dem das gesuchte Wort vorkommt und eine bekannte Marke sorgen somit schnell dafür, dass langfristig eine Top-Position erzielt wird. Die Macht der Marke ist bei AdWords deutlich zu spüren und somit lohnt sich SEM für junge, unbekannte Unternehmen oft nicht. Ob Google in Zukunft daran etwas ändern wird? Ich glaube leider nicht.

Sind zu viele Keywords schlecht für den Quality Score

Tausende von Produkten im Online-Shop und keine Lust die Keywords alle einzelnd im AdWords-Konto einzutragen? Dieses Problem haben fast alle Retailer, die eine große Produktpalette haben und dadurch wird das AdWords-Konto schnell mit Keywords gefüllt. Um den Long Tail an Keywords auch abzudecken, versuchen viele automatisch mit Excel-Sheets Keywordlisten zu generieren, die Produkte mit Begriffen wie "kaufen" oder "angebot" verbinden. Dadurch kommen dann sinnvolle Keywords wie "playstation 2 kaufen" heraus, aber auch sinnlose wie "charlotte roche feuchtgebiete kaufen billig angebot". Man kann so sehr schnell seinen Chef mit einer Long Tail Strategie beeindrucken und hat immer gute Argumente gegenüber Wettbewerbern, die weniger Keywords im AdWords-Konto haben. Aber macht dieses Vorgehen überhaupt Sinn?

Leider wird mit dieser Strategie das Limit von 1 Million Keywords pro Konto schnell ausgereizt und es werden weitere Konten benötigt. Ein MCC (My Client Center) muss her, damit die Keyword-Massen auch alle verwaltet werden können. Durch diese Struktur wird meine AdWords-Kampagne innerhalb von kurzer Zeit völlig unübersichtlich und ist kaum noch zu verwalten. Der AdWords Editor braucht jedes Mal sehr lange, um die Daten herunterzuladen und die AdWords-Oberfläche streikt. Dieses Szenario ist keine Ausnahme, sondern kommt bei vielen AdWords-Kunden vor.

Ich denke es ist nicht sehr vorteilhaft unsinnige Keywordlisten hochzuladen, bei denen 80% nie eine Impression generieren. Google sagt, dass dieses Vorgehen den Quality Score verschlechtert, was ich aber nicht ganz glaube. Die vielen Keywords ohne Impressions werden zwar das Konto belasten, indem es schlecht zu bedienen ist, jedoch habe ich noch nie gesehen, dass die restlichen Keywords darunter gelitten haben. Bei sehr unsinnigen Kombinationen, die noch nie gesucht wurden, kann es sogar sein, dass Google diese Begriffe gar nicht mehr in Betracht zieht, um die Server zu entlasten. Wenn ich viele solche Kombinationenn im Konto habe, kann ich einfach mal so ein Keyword bei Google eingeben und es wird keine Anzeige erscheinen, obwohl ich die Kombination in meiner Keywordliste habe.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass es keine sehr gute Strategie ist Massen von Keywords automatisch zu generieren, um somit den Long Tail abzudecken. Jeder der sowas macht, sollte seine Keywordlisten ausdünnen und auf Sinnhaftigkeit überprüfen. Trotzdem glaube ich nicht, dass Google dieses Vorgehen mit einer Herabsetzung des Quality Scores bestraft.

30. Mai 2008

SES in Hamburg mit Ron Hillmann

Am 23.06. und 24.06. findet in Hamburg zum ersten Mal die SES statt. Obwohl ich eigentlich nicht sehr gerne auf Konferenzen gehe, freue ich mich auf die SES und vor allem, dass sie in Hamburg gleich in der Nähe von meinem Büro stattfindet.
Ein paar von den Vorträgen hören sich wirklich gut an und ich hab mir gedacht ich mache dieses Mal keine Nachberichterstattung, sondern versuche mal ein paar Interviews im Vorwege der SES zu halten, um mehr Infos zu bekommen. Ron Hillmann von der Berliner Agentur Iven & Hillmann (Lbi) hat mir gleich ein paar Infos zum Thema Probleme mit bezahlten Listings & Klick-Betrug gegeben. Vielen Dank schonmal an dich Ron.

Inside-SEM: Hi Ron, wie bist du überhaupt dazu gekommen bei der SES über das Thema Klickbetrug zu reden. Ist es ein großes Problem für eure Kunden?

Ron Hillmann: Eigentlich moderiere ich die Session ja nur, aber Fragen werde ich doch stellen. Die Einladung kam direkt von der SES und über den Keynote-Speaker Martin Sinner. Ich nahm das Thema an, da ich sehr selten noch innerhalb unserer Agentur davon höre. Bei unseren großen Kunden fällt da eigentlich kaum mehr etwas auf. Unregelmäßigkeiten werden ständig nach Ihren Ursachen erforscht. Hand-Screening wird trotz aller automatischen Reports und Bidmanagement-Systeme bei uns nicht abgeschafft – eher ausgebaut.

Inside-SEM: Ein Teil der Klicks wird bestimmt durch Wettbewerber verursacht. Ist das ein Problem oder wird die Zahl der "schlechten Klicks" durch einen niedrigeren CPC ausgeglichen?

Ron Hillmann: Klicks der Wettbewerber bei unseren großen Spendings wirken da eher für den Faktor Klickfrequenz (CTR) = höhere Qualität positiv oder nivellieren das gewünschte Ergebnis der Klickbetrüger bei beispielsweise Google-Adwords. So zumindest sind derzeit unsere Erfahrungen und die Vortragenden bei der SES werden uns bestimmt dazu aufklären. 2005 ist vergessen – eine Zeit der Horrormeldungen über Klickbetrug. 2004 zahlte Google noch sehr viel zurück. Und sollte es doch zu Unstimmigkeiten kommen, dann gibt es immer noch den Support der Suchmaschinen. In diesem Jahr gab es nur einen Fall bei einer nicht so verbreiteten Suchmaschine wie Google, der uns eine größere Rückerstattung von fast 5.000 EUR brachte. Der Support hat sich unsere Auswertungen angesehen und erfolgreich Nachforschungen betrieben.

Inside-SEM: Was hältst du von Unternehmen, die Dienstleistungen gegen Klickbetrug anbieten?

Ron Hillmann: Ehrlich? Ich kenne kaum relevante Player. Vielleicht wäre da Bedarf bei kleineren Unternehmen, die ohne Messen des Erfolges ihrer Buchungen teuer auf Keywords bieten. Ich kann mir vorstellen, dass das bei kleineren Dienstleistern der Fall ist und der Wettbewerb unter lokalen Playern somit unfair ausgetragen wird und es sogar vorkommen kann, dass das Tagesbudget weggeklickt wird. Ob es noch möglich ist, mit Klick-Bots automatisiert größere Player anzugreifen, soll das Ergebnis der Session zeigen.

Inside-SEM: Wie berätst du deine Kunden und wie überprüft ihr die Gültigkeit von Klicks?

Ron Hillmann: Wir messen täglich den Erfolg der Kampagnen. Stimmt etwas nicht, dann überprüfen wir in erster Linie die Traffic-Ströme nach zeitlichen Komponenten, lesen auch mal Logfiles aus und begutachten den Userstrom nach Abbrechern. Schließlich können auch Abbrüche entstehen, die durch Broken Links oder Serverausfälle verursacht werden und allein mit Google Analytics kann man viel auswerten. Die Angst können wir unseren Kunden in der Regel nehmen. Verursachen Google-Publisher (Adsense-Partner) oder Klick-Bot-Netzwerke ungültige Klicks, dann reagiert ein System, um die ungültigen Klicks auszuwerten, zu filtern und von den Rechnungen auszuschließen. Zusätzlich gibt es ein Quality Team, das diese Betrugsfälle überprüft. Wie schon gesagt, auf der sicheren Seite ist man immer, wenn man den ROI seiner Kampagnen übeprüft und die Berichte per Optionsfeld „Ungültige Klicks“ auswertet.

Inside-SEM: Was gibt es noch für Probleme mit bezahlten Listings?

Ron Hillmann: Zu nennen wären da die Themen Markenschutz, Conversion Rate und zunehmender Wettbewerb in den jeweiligen Gattungen:

Markenschutz: Brand Bidding am Wochenende, in den einzelnen Sprach- bzw. Ländereinstellungen durch Wettbewerber und Affiliates, bieten auf Synonyme und Falschschreibweisen bzw. Tippfehler sind doch noch oft ein Problem. Der geschaffene Markenwert wird durch so genannte Trittbrettfahrer für eigene monetäre Ziele ausgenutzt. Der eigene ROI kann dadurch im Bereich der eigenen Marke zum Teil extrem leiden. Der Markenschutz stellt keine Verpflichtung für die Suchmaschinen dar, sondern eher eine Art Kulanz und Service. Durchsetzen muss man den Markenschutz gegenüber Wettbewerbern per Anwalt, wobei die einzelnen Landesgerichte aber noch unterschiedlich entscheiden. Wir warten zu diesem Thema noch auf ein BGH-Urteil in Deutschland. Man kann sich google.co.uk ansehen, wo am 5. Mai offiziell der Markenschutz aufgegeben wurde und der Wettbewerb sich sich da gerade die eigenen Marken wegbucht.

Conversion Rate: leidet durch Missbrauch der Marke einerseits und wird beeinflusst von Anzeigen und Positionen im Wettbewerbsumfeld. Ein ständiges Optimieren ist unabdingbar.

Wettbewerb: unangenehm ist es, wenn der Wettbewerb auf die Nummer 1 Position bietet als Strategie zur Wettbewerbsverdrängung. Da gewinnt dann nur, wer den längeren Atem hat. Auch kopierte Anzeigentexte sind störend für die eigene CTR. Oder aber der Preiskampf schon in einzelnen Anzeigentexten können erheblich den Erfolg der eigenen Kampagne beeinflussen.

Inside-SEM: Wie kriminell muss ich vorgehen, um meinen Wettbewerbern durch das Anklicken derer Anzeigen wirklich zu schaden? Ist es einfach einen hohen Schaden zu verursachen oder greifen die Schutzmechanismen in der Regel?

Ron Hillmann: Bei unseren großen Kunden haben wir keine Schäden feststellen können, bei kleineren Anbietern oder Werbetreibenden ist aber alles möglich. Ein großes Netzwerk mit IP-Adressen kann die Aktivitäten von Klick-Bots (die auch gern über offene Proxies „laufen“) oder Klicks händischer Herkunft verschleiern. Bei großen Merchants greifen die Filter und es gibt Gutschriften bei Google mit der „Korrektur – Klickqualität“. Ob es neue kriminelle Methoden und deren Verhinderungsmöglichkeiten gibt, werden uns die Vorträge zeigen.

Inside-SEM: Gibt es einen Unterschied bei der Qualität von Klicks bei den unterschiedlichen Suchmaschinen?

Ron Hillmann: Leider. Man kann nicht darauf hoffen, dass man das gleiche Produkt mit gleichem ROI bei gleicher Kampagne und ähnlichem Klickpreis in verschiedenen Suchmaschinen bewerben kann. Schon allein in der Reichweite unterscheiden sich die Suchmaschinen sehr stark in Deutschland voneinander. Dominanz besitzt allein Google und der Fokus zur sauberen Abrechnung liegt bei den Merchants in erster Linie dort. Folgend ist Yahoo: Bei der Marke wird einfach auch vermutet, dass hier eine ähnliche Qualitätssitaution wie bei Google zu finden ist. Bei kleineren würde ich eher skeptisch sein, aber es bleibt auch da nicht unbemerkt, wenn unkonvertierender Traffic produziert wird. In anderen europäischen Ländern vertrauen wir in erster Linie MSN und Miva, die wir nach Google und Yahoo in den einzelnen Ländern vorrangig buchen.

Inside-SEM: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

6. Mai 2008

Frau Merkel schaltet AdWords

Was man nicht immer für AdWords-Anzeigen entdeckt! Ich hab bisher noch nicht gewusst, dass die deutsche Bundesregierung AdWords schaltet. Wer nach "politik" sucht findet dort eine Anzeige von www.bundesregierung.de:

Da die Anzeige auf einer Top-Position erscheint, muss die Klickrate wirklich ganz gut sein und die User interessieren sich für die Politik unserer Bundesregierung. Am Anzeigentext kann man aber bestimmt noch etwas arbeiten :)

5. Mai 2008

Trademark Kennzeichnung?

In den USA ist es schon lange normal Marken in den Anzeigentexten zu kennzeichnen. Laut Google-Richtlinien ist das auch in Ordnung und könnte ebenso in Deutschland verwendet werden. Aber lohnt sich das überhaupt?

In den USA gibt es häufig die Varianten mit einem TM:

oder auch mit einem R:
Ich hatte auch einmal die Idee Anzeigen in Deutschland mit einem C für Copyright zu schalten und wurde leider etwas enttäuscht. Die Anzeigen hatten eine deutlich schlechtere Klickrate als die Standard-Anzeigen ohne ein Copyright-Symbol. Ist es also uninteressant? Da ich immer gerne teste, würde ich es auch jedem empfehlen einemal zu probieren, da es vielleicht doch ein paar Nischen gibt, in denen dieses Symbol für eine höhere Klickrate sorgt. Auch wenn der Wettbewerbsvorteil durch die höhere Klickrate nur ein paar Wochen anhält bis meine Wettbewerber mich kopieren, wird es sich vielleicht lohnen.

Persönliche AdWords-Anzeigen

Der Broad Match hat schon dafür gesorgt, dass AdWords-Anzeigen bei Suchbegriffen ausgeliefert werden wenn das Keyword gar nicht gebucht wurde. Jetzt gibt es aber auch noch ein weiteres Matching, das dafür sorgt, dass Anzeigen ausgeliefert werden, wenn die Anzeige nicht zum Suchwort passt. Das liegt an den personalisierten Suchergebnissen.

Beispiel: Wenn ich bei Google nach "hamburg" suche, sehe ich nur ein paar einfache Anzeigen von Reiseanbietern. Wenn ich nun aber erst nach "singles" suche und danach gleich eine weitere Suchanfrage für "hamburg" eingebe, erscheinen Anzeigen von Partnerbörsen. Wie kann das sein?

Google hat sich gemerkt, dass ich offensichtlich auch ein Interesse an Singles habe und nicht nur an der Stadt Hamburg. Da es für "hamburg" nicht sehr viele Anzeigen mit einem hohen AdRank gibt, werden Anzeigen für Partnerbörsen ausgeliefert, in der Hoffnung der User klickt auf diese Anzeige. Diese Anzeigen werden in der Regel nur bei der folgenden Suchanfrage ausgeliefert. Würde ich nach "singles" und "hamburg" anschließend nach "berlin" suchen, erscheinen die Anzeigen für die Partnerbörsen nicht mehr.

Was kann ich nun damit anfangen? Nichts! Die Reichweite wird zwar erhöht, es verringert sich dagegen aber die Kontrolle über die Auslieferung der Anzeigen.

23. April 2008

Online Marketing an der HMS mit Inside-SEM.com

So gut wie jedes Unternehmen und jede Agentur für Online Marketing, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, beklagt sich über den Fachkräftemangel in der Branche und sucht dringend nach qualifizierten Mitarbeitern im Online Marketing. Was kann man nun dagegen tun ausser noch mehr Stellenanzeigen zu schalten? Na klar: Ausbilden!

Aus diesem Grund veranstaltet Prof. Rott von der Hamburg Media School ein 2-tägiges Seminar über Online Marketing und versucht seinen 50 MBA-Studenten das Thema schmackhaft zu machen. Philipp von Gruner & Jahr New Media Ventures und ich werden die Vorträge am ersten Tag halten und ein paar Stories aus der Online-Welt erzählen. Am 2. Tag werden einige spannende Vorträge von SEO-Legende Thomas Promny, Christian Leybold, Matthias Henze oder Arend Iven folgen.

Ich freue mich auf das Seminar am 08./09. Mai und denke wir werden noch ein paar Veranstaltungen mehr organisieren.

14. April 2008

Website Optimizer ohne AdWords nutzen

Wurden die Informationen zu früh veröffentlicht oder ist es schon lange bekannt? Wie ich gerade bei Mr. Google Analytics Timo Aden gelesen habe, gibt es jetzt den Website Optimizer in der Stand Alone Version. Was bedeutet das nun? Ganz einfach, man benötigt nicht mehr ein AdWords-Konto, um das Tool einzusetzen. Bis vor kurzem war es nur möglich den Website Optimizer zu nutzen, wenn man über sein AdWords-Konto gegangen ist.

Ich finde die Verbreitung des Tools wird dadurch noch deutlich zunehmen, da viele Unternehmen, die bisher nicht AdWords nutzen wollten, anfangen multivariate Tests durchzuführen. Und wer einmal Blut geleckt hat und sieht wie dadurch die Conversion Rate steigt, will immer mehr. Conversion Optimierung ist gar nicht so schwer!

11. April 2008

Ein Leben ohne AdWords? - Chance und Risiko

Ich habe gerade 2 interessante Artikel über AdWords gefunden, die SEM sehr gut als Chance und Risiko für kleine Firmen und Startups darstellen. Auf Gründerszene schreibt Patrick Hundt über SEM für Startups und Exciting Commerce berichtet über ein Leben ohne AdWords.
Ist es nun so einfach für junge Firmen oder Online Shops mit geringer Kapitaldecke ohne AdWords auszukommen? Klar, ohne AdWords kann man sehr gut leben und bestimmt auch sehr erfolgreich werden, nur ist es leider einer der wichtigsten Vertriebskanäle im Internet ohne den ein schnelles Wachstum sehr schwer ist. SEO und Affiliate-Marketing brauchen einen gewissen Vorlauf bis es richtig losgeht, während es bei AdWords nur ein paar Tage dauert bis der Quality Score richtig greift und die Kampagnen laufen.

Auf der anderen Seite kann ich die Bedenken auch sehr gut verstehen und die Abhängigkeit kann schnell zur Trägheit führen. Läuft die AdWords-Kampagne erst einmal erfolgreich, vertiefen sich viele Unternehmen im Reporting und den Auswertungen statt sich mit voller Energie auf andere Kanäle zu stürzen. Es gibt so viele Möglichkeiten im Internet Marketing zu betreiben und ich habe schon einige Male gesehen, dass Unternehmen, die mit Google nicht weitergekommen sind, plötzlich ganz neue Vertriebsmöglichkeiten entdeckt und dadurch ihren ROI deutlich angehoben haben. Ein Leben ohne AdWords wird bestimmt den Druck erhöhen und weckt wieder neue Energie, durch die sich auf einmal ungeahnte Möglichkeiten ergeben.

Nur aus Trotz oder Angst vor der Abhängigkeit würde ich AdWords auf keinen Fall abstellen und auch weiterhin stets versuchen die Kampagnen zu optimieren und dadurch zu wachsen. Wer nicht selbst am Wettbewerb teilnimmt, überlässt das Feld der direkten Konkurrenz und sorgt im Extremfall für geringere CPCs. Auch wenn die AdWords-Kampagnen einen großen Teil des Marketingbudgets auffressen und die Kampagnen sehr gut laufen, sollte man sich stets um weitere Kanäle wie Kooperationen, Affiliate, Display Ads, E-Mail-Marketing, usw. kümmern.

7. April 2008

Sparen Sie bis zu 75%

Geiz ist noch immer geil oder ist die Zeit der Schnäppchenjäger mittlerweile wieder vorbei? Worüber die Werber oft grübeln müssen, können wir im Performance Marketing einfach testen und messen. Das ist das schöne an dem Job und man kann jede Entscheidung immer bequem mit den Testergebnissen begründen.

Zahlen kommen in Anzeigentexten fast immer gut an und werden von den Usern schneller aufgenommen als Marketingslogans oder lange Werbebotschaften. Wie vermittele ich dem User denn nun, dass in meinem Shop die Preise günstiger sind als bei den Wettbewerbern? Auch hier muss ich nicht lange überlegen, sondern gehe sehr systematisch vor. Einfach eine Stunde Zeit nehmen, bei 30 relevanten Keywords die Anzeigentexte von anderen AdWords-Kunden scannen und deren Slogans herauskopieren. Ich bekomme dann schnell eine sehr lange Liste mit Slogans wie:

bis zu 250€ sparen
Sparen Sie bis zu 75%
für 14,99 € / Monat
mit bis zu 26 Mbit/s

Die vielen verschiedenen Slogans kann ich nun in Gruppen sortieren, die eine ähnliche Aussage haben. Die 4 genannten Slogans sehen auf den ersten Blick zwar gleich aus, haben aber doch ein paar klare Unterschiede.

bis zu 250€ sparen: Hier wird direkt die Summe der Ersparnis genannt.
Sparen Sie bis zu 75%: Hier steht keine absolute Summe, sondern nur eine relative Einsparung gegenüber anderen Angeboten.
für 14,99 € / Monat: Hier wird direkt der Preis genannt, der auch oft nur ein Lockpreis für das günstigste Angebot darstellt.
mit bis zu 26 Mbit/s: Hier handelt es sich um ein Leistungsversprechen und keinen Preis.

Diese 4 verschiedenen Möglichkeiten kann ich nun in Anzeigentexten einbauen und testen bei welchem Text die Klickrate am höchsten ist. Mit einem Tracking-Tool kann ich sogar einen Schritt weitergehen und teste den Einfluss des Slogans auf die Conversion Rate.

Von jedem der 4 Slogans gibt es auch unzählige Varianten, die ich mir schnell bei Wettbewerbern abgucken kann. "Sparen Sie bis zu 75%" kann unter anderem auch wie folgt lauten:

Bis zu 75% sparen
jetzt bis zu 75% billiger!
Bis 75% sparen.
usw.

Es geht hier auch nicht darum die oben genannten Beispiele umzusetzen, sondern um den Prozess der Optimierung von Anzeigentexten und dem Finden von neuen Beispielen. Baut doch einfach eine große Datenbank mit vielen verschiedenen Slogans auf, die ihr bei den Wettbewerbern abguckt. In der Regel ähneln sich die Anzeigentexte sowieso sehr stark, sodass ich nicht die kreative Leistung von anderen klaue. Die Slogans können nun nach und nach getestet werden und ich werde schnell herausbekommen, ob meine Conversion Rate besser ist wenn ich im Text den Preis nenne oder ein Einsparungspotenzial in Prozent.

4. April 2008

Welche Agentur betreut die AdWords-Kampagnen?

Welche Agentur betreut eigentlich die AdWords-Konten von Otto, Allianz24, Neckermann, O2 oder auch Parship? Zum Teil wird man schlauer, wenn man auf den Webseiten der großen Agenturen nachsieht, da dort die Referenzkunden gelistet werden. Ein sehr einfacher Weg die Agentur herauszubekommen ist dagegen die Ziel-URL der AdWords-Anzeige.

Einfach bei Google nach Keywords suchen, bei denen z.B. eine Anzeige von Neckermann geschaltet wird und dann mit der rechten Maustaste auf die Überschrift klicken, Ziel-Adresse kopieren (Copy link location) und die URL anschließend in einem Dokument einfügen. Dort steht bei den meisten großen Unternehmen die Ziel-URLs der Tracking-Tools von Agenturen.

Bei Neckermann steht dort z.B. sem.komdat.com, was bedeutet, dass Neckermann zumindest das Tracking von Komdat nutzt. Bei Allianz24 steht dagegen tracking.3gnet.de in der Ziel-URL, was auf das Tracking von 3GNet schließen lässt. Manchmal ist es ein bisschen schwieriger die Agentur herauszubekommen, da der Tracking-Code nicht den Namen der Agentur beinhaltet. In diesem Fall lohnt sich manchmal eine Recherche nach den Eigentümern der Domains. So erfährt man schnell, dass 24/7 Realmedia offensichtlich das Tracking eu.link.decdna.net nutzt und sich rmsarcar.com auf roitracking.net verlässt.

Markenschutz bei AdWords in UK

Der Markenschutz bei AdWords in Deutschland ist zurzeit ein sehr beliebtes Thema und hat schon viele Gerichte beschäftigt. In UK und Irland gibt es seit heute eine Änderung beim Umgang mit Marken und Google hat alle Marken zur Buchung freigegeben. Das bedeutet, dass Markenbeschwerden, die nach dem 4. April eingehen, zwar noch bearbeitet werden, jodoch gilt ab sofort eine neue Richtlinie.

Marken können in UK und Irland also als Keyword gebucht werden, dürfen aber nicht im Anzeigentext vorkommen. Ich denke die Klickpreise für Markenkeywords werden nun deutlich ansteigen und die Zeiten der CPCs von 1 Cent sind vorbei. Was bedeutet das für meine AdWords-Anzeigen in den beiden Ländern? Wenn ich noch nicht meinen Markennamen im Anzeigentext habe, sollte ich das schleunigst tun, um mich von den anderen Anzeigen stärker abzuheben. Des Weiteren sollte ich schnell Google-Aktien kaufen, da der AdWords-Umsatz in UK bestimmt ansteigen wird:)

Ich bin gespannt, ob eine ähnliche Freigabe irgendwann auch in Deutschland kommen wird.

Kleine Falle: Content Targeting als Default

Wer sich täglich mit AdWords beschäftigt kennt die kleine Falle von Google bestimmt bestens: Wenn ich eine neue Kampagne anlege, werden die Anzeigen auf Google.de, dem Suchnetzwerk und auch dem Content-Netzwerk per Default ausgeliefert.

Bei der Erstellung von neuen Kampagnen sollte stets auf genau diese Kampagneneinstellung geachtet werden, da viele gar nicht im Content-Netzwerk erscheinen wollen. Mir passiert es selbst immer wieder, dass ich routiniert eine Kampagne erstelle und vergesse die Kampagneneinstellungen anzupassen. Das ist wirklich ärgerlich und fällt erst auf wenn die ersten Statistiken erscheinen und die Klickrate weit unter 1% liegt. Grundsätzlich ist es meistens gar nicht so schlimm, da auch über das Content Netzwerk wertvolle Klicks kommen können, jedoch will ich meisten separate Kampagnen für das Content Targeting erstellen. Also nach dem Abspeichern der neuen Kampagne immer die Kampagneneinstellungen bearbeiten und bei Bedarf das Häkchen beim Content Netzwerk entfernen.

Diese Default-Einstellung bringt Google jedes Jahr besimmt ein kleines Vermögen:)

Google Ad Manager

Was hat der Google Ad Manager mit SEM zu tun? Nichts? Naja, ein bisschen Einfluss auf meine AdWords-Kampagne wird der Ad Manager schon haben. Das Tools ist ein Ad Server für Publisher, die ihre Webseiten vermarkten wollen und ist kostenlos. Das interessanteste daran ist aber nicht nur dass es kostenlos ist, sondern dass AdSense als Default für Restplätze eingestellt sein wird. Für Publisher ist das schon klasse, da sie die Werbeplätze belegen können, auch wenn sie gerade keine gebuchten Kampagnen haben. Für Google ist es auch ein ziemlich genialer Schachzug, da auf einen Schlag das Inventory des Content Netzwerks erweitert werden kann.

Für AdWords-Kunden wird die Bedeutung des Content-Netzwerks immer wichtiger werden. Die Reichweite wird in diesem Jahr noch enorm ansteigen, was jedoch nicht automatisch heisst dass meine Kampagnen effizienter werden. Content Targeting ist eine Kunst für sich und viele sehr große Kunden haben sich an der Optimierung bereits die Zähne ausgebissen. Ich würde das Content Targeting immer auf dem Radar haben und permanent testen, auch wenn zurzeit nicht die gleichen Erfolge erzielt werden können wie bei Search.

Schreibweise der Anzeige-URL

Seit dem 01.04. ist nun die Änderung beim Umgang mit der Anzeige-URL live und es ist nicht mehr möglich eine andere Anzeige-URL als die Ziel-URL zu verwenden. Bleibt da eigentlich noch Spielraum bei Optimierungen der Anzeige-URL? Als 4. Zeile der Anzeige möchte ich auch dort versuchen zu optimieren und mich von meinen Wettbewerbern abzusetzen. Was kann ich nun noch machen?

Die meisten Anzeige-URLs sehen wie folgt aus: www.inside-sem.com. Ich werde aber zunächst einmal einen Test mit leicht veränderten Schreibweisen machen:

Inside-SEM.com
www.Inside-SEM.com
www.inside-SEM.com
usw.

Es gibt also noch einige Möglichkeiten die Anzeige-URL zu optimieren. Ich verstehe zwar nicht ganz warum, aber bei vielen AdWords-Kunden ist die Klickrate der Anzeige-URL ohne www. besser. Das ist zwar nicht die Regel und hängt von der URL und den Anzeige-URLs der Wettbewerber ab, jedoch würde ich es auf jeden Fall testen.

28. März 2008

Danke Google!

Vor etwas über 2 Jahren habe ich an meinem Geburtstag bei Google in Hamburg angefangen zu arbeiten. Blauäugig und keine Ahnung von Online Marketing bin ich erstmal durch das Boot Camp von Google in London gegangen und hab gelernt was man eigentlich alles tolles mit einer Suchmaschine anfangen kann.

Gefühlte 10 Jahre älter, gefühlte 10 Kilo schwerer und gefühlte 100 Google T-Shirts reicher ist es für mich heute der letzte Tag bei Google in der ABC-Strasse und ich werde das Unternehmen verlassen.

Neben Search, AdSense, AdWords, Analytics, Earth, Picasa, Maps und vielen anderen tollen Produkten hat Google noch ein Kapital, das ich am meisten vermissen werde: Die Leute! Es hat unheimlich viel Spass gemacht bei Google zu arbeiten und es ist dort schon eine coole Truppe zusammengekommen. Ich wünsch allen ganz viel Erfolg für die Zukunft!

Inside-SEM.com wird es auch weiterhin geben, da ich der Branche treu bleiben werde. Vielleicht wird es etwas kritischer werden, vielleicht kann ich Google jetzt aber auch etwas offener loben. Ich bedanke mich aber auch bei allen, die meinen Blog bisher gelesen haben, die vielen Backlinks, die vielen RSS-Abos, die vielen Kommentare und auch die sehr vielen Mails über Xing.

20. März 2008

Landing Page Quality - Keyword auf der Landing Page?

Der Quality Score ist noch immer für viele ein Grund für wilde Spekulationen ob AdWords jetzt genauso von undurchsichtigen Algorithmen getrieben wird wie der Google Index. Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert und man braucht sich gar nicht groß mit dem Quality Score auseinanderzusetzen, um eine gute AdWords-Kampagne zu erstellen. Noch immer gibt es auch Gerüchte, dass ein Keyword zu dem eine AdWords-Anzeige geschaltet wird, auch auf der Landing Page vorkommen muss.

Das ist so nicht richtig und kann durch ein paar schöne Beispiele bewiesen werden. Wer z.B. nach "partnersuche" sucht, findet dort bei den AdWords-Anzeigen Unternehmen mit sehr schönen Landing Pages. Bei Elitepartner scheint es auf deren Landing Page aber keinen Text zu geben, den ein Bot lesen kann. Die ganze Landing Page scheint aus einem einzigen Bild zu bestehen. Das gleiche sieht man auch, wenn man in den USA nach "car insurance" sucht und dort die Landing Pages von GEICO oder Progressive.com anschaut.

All diese AdWords-Kunden bekommen mit Sicherheit keine Sonderbehandlung von Google und die Landing Pages werden nach den gleichen Kriterien beurteilt wie alle anderen Kunden. Wenn nun auf keiner dieser Websites das relevante Keyword vorkommt, scheint etwas an der Theorie faul zu sein und die Landing Page Quality geht nicht nach den Keywords auf der entsprechenden Seite.

19. März 2008

Adresse unter den Anzeigentexten

Wer bei Google.de z.B. nach "fernstudium" sucht, wird eine Anzeige der Akademie für Fernstudien sehen, die unter dem Anzeigentext eine Adresse stehen hat. Wie kann es nun dazu kommen, dass bei einer Anzeige die Adresse erscheint und bei allen anderen Anzeigen nicht?

Das ist ganz einfach und liegt nur an den lokalen Anzeigen innerhalb der Anzeigengruppe. Zunächst sollte die eigene Adresse im Lokalen Branchencenter eingetragen werden. Anschließend kann im AdWords-Konto in einer Anzeigengruppe eine "lokale Anzeige" erstellt werden. Zusätzlich sollte in der gleichen Anzeigengruppe auch eine Textanzeige vorhanden sein.

Wenn nun jemand nach einem Keyword, das genau in dieser Anzeigengruppe vorkommt, sucht, so wird die Textanzeige auf Google.de mit dem Adresszusatz angezeigt.

18. März 2008

Parship beim TGIF

Ein kurzer Nachtrag noch zum letzten Freitag. Google veranstaltet ja bekanntlich jeden Freitag ein TGIF (Thank God It´s Friday), das weltweit in allen Büros durchgeführt wird. Ab und zu gibt es auch mal externe Gäste, die bei uns etwas vortragen.

Am letzten Freitag gab es einen Vortrag von Dr. Arndt Roller von Parship. Neben den erfolgreichen AdWords-Kampagnen und dem starken Wachstum der letzten Jahre, gab es aber auch ein Thema für das sich die Mehrheit der Googler eigentlich interessiert hat: Die Partnersuche von Mann und Frau!

Hier geht es nicht um Theorien, sondern um knallharte Fakten, die durch die Singlestudien von Parship belegt werden. Obwohl wir schon recht viele Vorträge beim TGIF hatten, gab es nur wenige, die so spannend waren und so intensiv Mann und Frau mit Tatsachen konfrontiert haben, wie der Vortrag von Arndt Roller. Ich wusste noch nicht, dass der Marktwert einer Frau mit 35 zu sinken beginnt und ich deshalb ganz entspannt altern kann.

Ich konnte als Mann zumindest recht entspannt ins Wochenende gehen, da die Frauen etwas schlechter dabei weggekommen sind:) Vielen Dank an Parship und ich denke alle waren von dem Vortrag begeistert! Wer ein paar Fakten über das Parungsverhalten wissen möchte, kann ja mal einen Blick in die Singlestudie werfen.

AdWords Editor für Anfänger

Ich kenne kaum jemanden, der große AdWords-Konten bearbeitet ohne den AdWords Editor zu nutzen. Natürlich haben viele Agenturen eigene Tools und laden die Kampagnen über die AdWords-API ins Konto, aber die meisten großen Konten werden über den Editor bearbeitet.

Wer sich noch nicht mit dem Tools auskennt, kann sich am Donnerstag das Webinar über den AdWords Editor ansehen. Das Tool wurde in den vergangenen Monaten sehr stark ausgebaut und es gibt mittlerweile unzählige Möglichkeiten für die Bearbeitung der Kampagnen. Es gibt zwar manchmal noch Schwierigkeiten beim Hochladen von riesigen Konten und es kann einige Nerven kosten wenn es mal wieder Stunden dauert bis ein Konto heruntergeladen wurde, jedoch ist das Tool sonst sehr hilfreich und steigert die Produktivität enorm.

Änderung der Anzeige-URL

Eigentlich sind die AdWords-Richtlinien bezüglich der Anzeige-URL recht klar. Ich hatte vor ein paar Wochen schon einmal darauf hingewiesen welche Anzeige-URLs verwendet werden dürfen und welche nicht. Bisher haben viele AdWords-Kunden die Richtlinien nicht zu 100% beachtet und waren bei der Gestaltung der Ziel-URL etwas kreativer als erlaubt. Sehr beliebt ist z.B. die Nutzung von Bindestrichen. Statt www.inside-sem.com könnte ich bei der Anzeige-URL auch www.insidesem.com verwenden. Das ist laut den AdWords-Richtlinien nicht erlaubt, auch wenn ich der Eigentümer beider Domains bin.

Google wird diese Richtlinie in Zukunft etwas stärker durchsetzen und Anzeigen, bei denen die Anzeige-URL nicht mit der Ziel-URL übereinstimmen, ablehnen. Wer jetzt noch falsche Anzeigen hat, sollte sie schleunigst korrigieren, um nicht plötzlich vor inaktiven Kampagnen zu stehen.

Ausschluss von Webseiten im Content-Netzwerk

Das Targeting für Anzeigen, die im Content-Netzwerk ausgeliefert werden, ist in den letzten Monaten immer genauer geworden. Das hat natürlich den Effekt, dass man auf der einen Seite nun sehen kann auf welchen Top-Seiten die eigenen Anzeigen laufen, jedoch sieht man auf der anderen Seite auch allerhand minderwertige Seiten, die eher unerwünscht sind. Was macht man nun mit all diesen Informationen, die einen bei einigen großen Content-Targeting Kampagnen fast erschlagen können?

Das Ausschließen von Webseiten scheint eine sehr beliebte Methode zu sein, die einige Agentur-Mitarbeiter schier zur Verzweiflung treiben kann. Jeden Tag tauchen wieder neue kleine Webseiten auf, die nicht genau zur Zielgruppe passen und sie werden deshalb sofort ausgeschlossen. Ich halte zwar nicht sehr viel von dieser Methode und denke die knappen Zeitressourcen können sinnvoller verwendet werden, jedoch gibt es bei einigen AdWords-Konten schon riesige Listen an ausgeschlossenen Webseiten. Google musste nun einen kleinen Riegel vor dem Massenausschluss einfügen und hat das Limit auf 5000 Webseiten festgesetzt. Ich denke es wird die meisten AdWords-Kunden kaum stören und dieses Limit betrifft nur ein paar wenige Konten.

Wer zu viele Websites ausgeschlossen hat, sollte sich vielleicht auch mal Gedanken machen auf Placement Targeting umzustellen, um etwas mehr Zeit für wichtigere Optimierungen zu haben.