23. April 2008

Online Marketing an der HMS mit Inside-SEM.com

So gut wie jedes Unternehmen und jede Agentur für Online Marketing, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, beklagt sich über den Fachkräftemangel in der Branche und sucht dringend nach qualifizierten Mitarbeitern im Online Marketing. Was kann man nun dagegen tun ausser noch mehr Stellenanzeigen zu schalten? Na klar: Ausbilden!

Aus diesem Grund veranstaltet Prof. Rott von der Hamburg Media School ein 2-tägiges Seminar über Online Marketing und versucht seinen 50 MBA-Studenten das Thema schmackhaft zu machen. Philipp von Gruner & Jahr New Media Ventures und ich werden die Vorträge am ersten Tag halten und ein paar Stories aus der Online-Welt erzählen. Am 2. Tag werden einige spannende Vorträge von SEO-Legende Thomas Promny, Christian Leybold, Matthias Henze oder Arend Iven folgen.

Ich freue mich auf das Seminar am 08./09. Mai und denke wir werden noch ein paar Veranstaltungen mehr organisieren.

14. April 2008

Website Optimizer ohne AdWords nutzen

Wurden die Informationen zu früh veröffentlicht oder ist es schon lange bekannt? Wie ich gerade bei Mr. Google Analytics Timo Aden gelesen habe, gibt es jetzt den Website Optimizer in der Stand Alone Version. Was bedeutet das nun? Ganz einfach, man benötigt nicht mehr ein AdWords-Konto, um das Tool einzusetzen. Bis vor kurzem war es nur möglich den Website Optimizer zu nutzen, wenn man über sein AdWords-Konto gegangen ist.

Ich finde die Verbreitung des Tools wird dadurch noch deutlich zunehmen, da viele Unternehmen, die bisher nicht AdWords nutzen wollten, anfangen multivariate Tests durchzuführen. Und wer einmal Blut geleckt hat und sieht wie dadurch die Conversion Rate steigt, will immer mehr. Conversion Optimierung ist gar nicht so schwer!

11. April 2008

Ein Leben ohne AdWords? - Chance und Risiko

Ich habe gerade 2 interessante Artikel über AdWords gefunden, die SEM sehr gut als Chance und Risiko für kleine Firmen und Startups darstellen. Auf Gründerszene schreibt Patrick Hundt über SEM für Startups und Exciting Commerce berichtet über ein Leben ohne AdWords.
Ist es nun so einfach für junge Firmen oder Online Shops mit geringer Kapitaldecke ohne AdWords auszukommen? Klar, ohne AdWords kann man sehr gut leben und bestimmt auch sehr erfolgreich werden, nur ist es leider einer der wichtigsten Vertriebskanäle im Internet ohne den ein schnelles Wachstum sehr schwer ist. SEO und Affiliate-Marketing brauchen einen gewissen Vorlauf bis es richtig losgeht, während es bei AdWords nur ein paar Tage dauert bis der Quality Score richtig greift und die Kampagnen laufen.

Auf der anderen Seite kann ich die Bedenken auch sehr gut verstehen und die Abhängigkeit kann schnell zur Trägheit führen. Läuft die AdWords-Kampagne erst einmal erfolgreich, vertiefen sich viele Unternehmen im Reporting und den Auswertungen statt sich mit voller Energie auf andere Kanäle zu stürzen. Es gibt so viele Möglichkeiten im Internet Marketing zu betreiben und ich habe schon einige Male gesehen, dass Unternehmen, die mit Google nicht weitergekommen sind, plötzlich ganz neue Vertriebsmöglichkeiten entdeckt und dadurch ihren ROI deutlich angehoben haben. Ein Leben ohne AdWords wird bestimmt den Druck erhöhen und weckt wieder neue Energie, durch die sich auf einmal ungeahnte Möglichkeiten ergeben.

Nur aus Trotz oder Angst vor der Abhängigkeit würde ich AdWords auf keinen Fall abstellen und auch weiterhin stets versuchen die Kampagnen zu optimieren und dadurch zu wachsen. Wer nicht selbst am Wettbewerb teilnimmt, überlässt das Feld der direkten Konkurrenz und sorgt im Extremfall für geringere CPCs. Auch wenn die AdWords-Kampagnen einen großen Teil des Marketingbudgets auffressen und die Kampagnen sehr gut laufen, sollte man sich stets um weitere Kanäle wie Kooperationen, Affiliate, Display Ads, E-Mail-Marketing, usw. kümmern.

7. April 2008

Sparen Sie bis zu 75%

Geiz ist noch immer geil oder ist die Zeit der Schnäppchenjäger mittlerweile wieder vorbei? Worüber die Werber oft grübeln müssen, können wir im Performance Marketing einfach testen und messen. Das ist das schöne an dem Job und man kann jede Entscheidung immer bequem mit den Testergebnissen begründen.

Zahlen kommen in Anzeigentexten fast immer gut an und werden von den Usern schneller aufgenommen als Marketingslogans oder lange Werbebotschaften. Wie vermittele ich dem User denn nun, dass in meinem Shop die Preise günstiger sind als bei den Wettbewerbern? Auch hier muss ich nicht lange überlegen, sondern gehe sehr systematisch vor. Einfach eine Stunde Zeit nehmen, bei 30 relevanten Keywords die Anzeigentexte von anderen AdWords-Kunden scannen und deren Slogans herauskopieren. Ich bekomme dann schnell eine sehr lange Liste mit Slogans wie:

bis zu 250€ sparen
Sparen Sie bis zu 75%
für 14,99 € / Monat
mit bis zu 26 Mbit/s

Die vielen verschiedenen Slogans kann ich nun in Gruppen sortieren, die eine ähnliche Aussage haben. Die 4 genannten Slogans sehen auf den ersten Blick zwar gleich aus, haben aber doch ein paar klare Unterschiede.

bis zu 250€ sparen: Hier wird direkt die Summe der Ersparnis genannt.
Sparen Sie bis zu 75%: Hier steht keine absolute Summe, sondern nur eine relative Einsparung gegenüber anderen Angeboten.
für 14,99 € / Monat: Hier wird direkt der Preis genannt, der auch oft nur ein Lockpreis für das günstigste Angebot darstellt.
mit bis zu 26 Mbit/s: Hier handelt es sich um ein Leistungsversprechen und keinen Preis.

Diese 4 verschiedenen Möglichkeiten kann ich nun in Anzeigentexten einbauen und testen bei welchem Text die Klickrate am höchsten ist. Mit einem Tracking-Tool kann ich sogar einen Schritt weitergehen und teste den Einfluss des Slogans auf die Conversion Rate.

Von jedem der 4 Slogans gibt es auch unzählige Varianten, die ich mir schnell bei Wettbewerbern abgucken kann. "Sparen Sie bis zu 75%" kann unter anderem auch wie folgt lauten:

Bis zu 75% sparen
jetzt bis zu 75% billiger!
Bis 75% sparen.
usw.

Es geht hier auch nicht darum die oben genannten Beispiele umzusetzen, sondern um den Prozess der Optimierung von Anzeigentexten und dem Finden von neuen Beispielen. Baut doch einfach eine große Datenbank mit vielen verschiedenen Slogans auf, die ihr bei den Wettbewerbern abguckt. In der Regel ähneln sich die Anzeigentexte sowieso sehr stark, sodass ich nicht die kreative Leistung von anderen klaue. Die Slogans können nun nach und nach getestet werden und ich werde schnell herausbekommen, ob meine Conversion Rate besser ist wenn ich im Text den Preis nenne oder ein Einsparungspotenzial in Prozent.

4. April 2008

Welche Agentur betreut die AdWords-Kampagnen?

Welche Agentur betreut eigentlich die AdWords-Konten von Otto, Allianz24, Neckermann, O2 oder auch Parship? Zum Teil wird man schlauer, wenn man auf den Webseiten der großen Agenturen nachsieht, da dort die Referenzkunden gelistet werden. Ein sehr einfacher Weg die Agentur herauszubekommen ist dagegen die Ziel-URL der AdWords-Anzeige.

Einfach bei Google nach Keywords suchen, bei denen z.B. eine Anzeige von Neckermann geschaltet wird und dann mit der rechten Maustaste auf die Überschrift klicken, Ziel-Adresse kopieren (Copy link location) und die URL anschließend in einem Dokument einfügen. Dort steht bei den meisten großen Unternehmen die Ziel-URLs der Tracking-Tools von Agenturen.

Bei Neckermann steht dort z.B. sem.komdat.com, was bedeutet, dass Neckermann zumindest das Tracking von Komdat nutzt. Bei Allianz24 steht dagegen tracking.3gnet.de in der Ziel-URL, was auf das Tracking von 3GNet schließen lässt. Manchmal ist es ein bisschen schwieriger die Agentur herauszubekommen, da der Tracking-Code nicht den Namen der Agentur beinhaltet. In diesem Fall lohnt sich manchmal eine Recherche nach den Eigentümern der Domains. So erfährt man schnell, dass 24/7 Realmedia offensichtlich das Tracking eu.link.decdna.net nutzt und sich rmsarcar.com auf roitracking.net verlässt.

Markenschutz bei AdWords in UK

Der Markenschutz bei AdWords in Deutschland ist zurzeit ein sehr beliebtes Thema und hat schon viele Gerichte beschäftigt. In UK und Irland gibt es seit heute eine Änderung beim Umgang mit Marken und Google hat alle Marken zur Buchung freigegeben. Das bedeutet, dass Markenbeschwerden, die nach dem 4. April eingehen, zwar noch bearbeitet werden, jodoch gilt ab sofort eine neue Richtlinie.

Marken können in UK und Irland also als Keyword gebucht werden, dürfen aber nicht im Anzeigentext vorkommen. Ich denke die Klickpreise für Markenkeywords werden nun deutlich ansteigen und die Zeiten der CPCs von 1 Cent sind vorbei. Was bedeutet das für meine AdWords-Anzeigen in den beiden Ländern? Wenn ich noch nicht meinen Markennamen im Anzeigentext habe, sollte ich das schleunigst tun, um mich von den anderen Anzeigen stärker abzuheben. Des Weiteren sollte ich schnell Google-Aktien kaufen, da der AdWords-Umsatz in UK bestimmt ansteigen wird:)

Ich bin gespannt, ob eine ähnliche Freigabe irgendwann auch in Deutschland kommen wird.

Kleine Falle: Content Targeting als Default

Wer sich täglich mit AdWords beschäftigt kennt die kleine Falle von Google bestimmt bestens: Wenn ich eine neue Kampagne anlege, werden die Anzeigen auf Google.de, dem Suchnetzwerk und auch dem Content-Netzwerk per Default ausgeliefert.

Bei der Erstellung von neuen Kampagnen sollte stets auf genau diese Kampagneneinstellung geachtet werden, da viele gar nicht im Content-Netzwerk erscheinen wollen. Mir passiert es selbst immer wieder, dass ich routiniert eine Kampagne erstelle und vergesse die Kampagneneinstellungen anzupassen. Das ist wirklich ärgerlich und fällt erst auf wenn die ersten Statistiken erscheinen und die Klickrate weit unter 1% liegt. Grundsätzlich ist es meistens gar nicht so schlimm, da auch über das Content Netzwerk wertvolle Klicks kommen können, jedoch will ich meisten separate Kampagnen für das Content Targeting erstellen. Also nach dem Abspeichern der neuen Kampagne immer die Kampagneneinstellungen bearbeiten und bei Bedarf das Häkchen beim Content Netzwerk entfernen.

Diese Default-Einstellung bringt Google jedes Jahr besimmt ein kleines Vermögen:)

Google Ad Manager

Was hat der Google Ad Manager mit SEM zu tun? Nichts? Naja, ein bisschen Einfluss auf meine AdWords-Kampagne wird der Ad Manager schon haben. Das Tools ist ein Ad Server für Publisher, die ihre Webseiten vermarkten wollen und ist kostenlos. Das interessanteste daran ist aber nicht nur dass es kostenlos ist, sondern dass AdSense als Default für Restplätze eingestellt sein wird. Für Publisher ist das schon klasse, da sie die Werbeplätze belegen können, auch wenn sie gerade keine gebuchten Kampagnen haben. Für Google ist es auch ein ziemlich genialer Schachzug, da auf einen Schlag das Inventory des Content Netzwerks erweitert werden kann.

Für AdWords-Kunden wird die Bedeutung des Content-Netzwerks immer wichtiger werden. Die Reichweite wird in diesem Jahr noch enorm ansteigen, was jedoch nicht automatisch heisst dass meine Kampagnen effizienter werden. Content Targeting ist eine Kunst für sich und viele sehr große Kunden haben sich an der Optimierung bereits die Zähne ausgebissen. Ich würde das Content Targeting immer auf dem Radar haben und permanent testen, auch wenn zurzeit nicht die gleichen Erfolge erzielt werden können wie bei Search.

Schreibweise der Anzeige-URL

Seit dem 01.04. ist nun die Änderung beim Umgang mit der Anzeige-URL live und es ist nicht mehr möglich eine andere Anzeige-URL als die Ziel-URL zu verwenden. Bleibt da eigentlich noch Spielraum bei Optimierungen der Anzeige-URL? Als 4. Zeile der Anzeige möchte ich auch dort versuchen zu optimieren und mich von meinen Wettbewerbern abzusetzen. Was kann ich nun noch machen?

Die meisten Anzeige-URLs sehen wie folgt aus: www.inside-sem.com. Ich werde aber zunächst einmal einen Test mit leicht veränderten Schreibweisen machen:

Inside-SEM.com
www.Inside-SEM.com
www.inside-SEM.com
usw.

Es gibt also noch einige Möglichkeiten die Anzeige-URL zu optimieren. Ich verstehe zwar nicht ganz warum, aber bei vielen AdWords-Kunden ist die Klickrate der Anzeige-URL ohne www. besser. Das ist zwar nicht die Regel und hängt von der URL und den Anzeige-URLs der Wettbewerber ab, jedoch würde ich es auf jeden Fall testen.