23. Juni 2008

In 16 Minuten im Index

Mal ganz am Rande. Ich habe mal gestoppt wie lange es dauert bis ein Artikel von Inside-SEM.com im Google Index erscheint: 16 Minuten! Das ist schon beeindruckend und ich staune immer wieder wie schnell Google geworden ist. Inside-SEM.com ist nunmal keine Top-Nachrichtenseite mit sehr aktuellen News, sodass ich wirklich staune, dass die Aktualität bei so vielen Blogs ernst genommen wird. Bei Yahoo war nach 30 Minuten noch immer nichts zu sehen...

Marktplatz zur Anzeigenerstellung

Ich weiss zwar nicht, ob ich mich vielleicht einfach zu sehr auf die Online-Welt fokussiert habe oder ob Google sein AdWords-Produkt etwas verwässert. Bisher habe ich versucht bei Inside-SEM.com möglichst wenig über die neuen Werbemöglichkeiten bei AdWords zu schreiben, da es meiner Meinung nach hier nicht hingehört. Jetzt gibt es in der AdWords-Oberfläche bei einigen Konten bereits den Marktplatz zur Anzeigenerstellung, wo AdWords-Kunden unter verschiedenen Anbietern für die Erstellung von z.B. TV-Anzeigen auswählen können. Es ist zwar ganz nett, dass Google so etwas anbietet, jedoch empfinde ich all die neuen Möglichkeiten zurzeit eher als störend und nicht als Mehrwert.

Ob es in ein paar Monaten oder Jahren "normal" sein wird seine gesamten Marketingaktivitäten über die Google-Tools zu steuern weiss ich nicht. Im Augenblick möchte ich aber über die AdWords-Oberfläche meine SEM-Kampagnen steuern und nicht Audio-, TV- oder Print-Anzeigen schalten. Die Präsentation über den Marktplatz habe ich mir trotzdem angesehen, da man ja nie weiss, ob sowas nicht die Zukunft ist ;)

22. Juni 2008

Hab ich ein Problem mit der Ladezeit meiner Website?

Google hat seit dem 18.06. die Ankündigung umgesetzt und die Ladezeit einer Landing Page mit in den Quality Score aufgenommen. Was sich recht simpel anhört, ist allerdings ein recht komplexer Berechnungsvorgang und Google versucht im Help Center ein wenig zu erklären wie die Ladezeit berechnet wird. Puh, muss es denn wirklich so kompliziert sein und wie kann ich jetzt meine Ladezeit beeinflussen?

Wie bei fast alles Komponenten des Quality Scores handelt es sich auch hier wieder nur um eine Komponente von vielen. Wenn meine Website ab und zu mal etwas länger lädt, muss das noch lange kein K.O.-Kriterium für meine AdWords-Kampagne sein. Es wird hier eher darum gehen die schwarzen Schafe mit einer extrem langen Ladezeit auszusortieren und nicht die Masse an guten AdWords-Kunden zu bestrafen. Am besten ist es deshalb erstmal nichts zu machen und sich nicht überstürzt an die Optimierung der Performance zu machen. In der Regel gibt es noch viele andere Schrauben an denen gedreht werden kann bevor die Ladezeit bearbeitet wird.

Ob ich ein Problem mit der Ladezeit habe, kann ganz einfach überprüft werden, indem ich in eine Anzeigengruppe gehe und auf die kleine Lupe neben einem Keyword klicke. In der Keyword-Analyse steht nun schon seit ein paar Wochen bei den "Details des Qualitätsfaktors" die Ladezeit der Zielseite. In den meisten Fällen sollte dort allerdings "Es wurden keine Probleme festgestellt." stehen.

Affiliate-Kampagnen mit Refined Ads steuern

Lange Zeit habe ich gar nicht gewusst an was Thomas Bindl bastelt und ich wusste auch nicht warum sich Holtzbrinck an Refined Labs beteiligt hat. Nachdem ich Thomas in Hamburg getroffen habe und er mir Refined Ads gezeigt hat, war jedoch klar, dass sich die Arbeit wohl gelohnt haben wird.

Der Margendruck für Affiliates wird immer höher und gerade für Affiliates, die SEM-Kampagnen schalten und keine generische Domain haben, wird es immer schwerer. Da ich mich nun schon seit langer Zeit nicht nur mit AdWords-Kampagnen, sondern auch mit der Conversion Optimierung und dem Web Controlling beschäftigte, gehört es natürlich auch dazu die Möglichkeiten für SEM-Publisher zu untersuchen.

Refined Ads ist in meinen Augen eine Art AdWords Editor mit API zu Google und den Affiliate-Plattformen wie Affili.net oder Zanox. Wenn ich nun eine Vergleichseite für Prepaid Handys habe und dort von den Übersichtstabellen über Zanox-Links zu den entsprechenden Anbietern verlinke, sehe ich auf der einen Seite zwar die detaillierten Kosten pro Keyword im AdWords-Interface, jedoch kenne ich nicht die entsprechenden Umsätze pro Keyword. Die Festsetzung der Keyword-Gebote ist in diesem Fall ein Blindflug und ich kann unmöglich meine AdWords-Kampagne optimieren.

Bei Refined Ads ist es nun möglich in einer Oberfläche die Statistiken zu Umsatz und Kosten auf einen Blick zu haben. Dazu kommen noch die zahlreichen Möglichkeiten zur Bearbeitung der AdWords-Kampagnen wie man sie beim AdWords Editor kennt. Für mich sind allerdings gar nicht die Möglichkeiten zur Bearbeitung das Entscheidende, sondern die umfangreichen Statistiken auf Keyword-Level. Wenn ich sehe, dass bei vielen Keywords ein negativer ROI zustande kommt, muss ich entweder meine Gebote senken oder ich arbeite noch ein wenig an meiner Website um die Conversion Rate zu optimieren.

All die Möglichkeiten von Refined Ads sind nur ganz nett und bringen keinen Mehrwert, wenn man sich die Zahlen nur ansieht. Tools sollten trotz der vielen Berichte immer nur als Arbeitsmittel genutzt werden, um die Kampagnen weiter zu optimieren. Da man nun auch in der gleichen Oberfläche die Kampagnen bearbeiten kann, wird die Produktivität weiter erhöht.

Professionelle SEM-Agenturen bieten ihren Kunden schon seit langem sehr gute technische Lösungen zur Optimierung der Kampagnen an und die Gebotssteuerung erfolgt oft schon automatisch. Affiliates haben in der Regel jedoch keinen Zugang zu diesen Tools, obwohl sie oft schon 4-stellige Tagesbudgets bei AdWords haben. Ich denke Refined Ads ist eine der besten technischen Lösungen die Affiliates für die Aussteuerung der Kampagnen nutzen können.

Ist SEM für Affiliates noch profitabel?

Für Affiliates wird es immer schwieriger durch SEO bei kommerziellen Suchbegriffen auf die vorderen Plätze bei Google zu kommen. Wer nicht monatelang warten möchte und viel Geld für das Linkbuilding ausgeben will, kann auf Plan B umsteigen und AdWords-Kampagnen schalten.

Leider ist es auch hier nicht gerade einfach auf eine relevante Zahl an Besuchern zu kommen, da fast jeder Anbieter heutzutage selbst AdWords schaltet und sich durch höhere Margen höhere CPCs leisten kann. Wo sind denn jetzt noch die Lücken für Affiliates zu finden und wie kann ich noch durch AdWords-Kampagnen eine 2-stellige Marge erzielen? Der Klassiker auf den viele sich verlassen ist der Long Tail an Keywords. Leider sind auch hier die großen Anbieter immer besser geworden und deren SEM-Agenturen haben sehr umfangreiche Keywordlisten, die kaum noch Lücken für Affiliates zulassen.

Ganz so schlimm kann es also nicht sein, denn wer z.B. nach "dsl vergleich", "kredit vergleich" oder "prepaid vergleich" sieht dort zahlreiche Anzeigen von Affiliates. Wer bei Google nach einem Vergleich oder einer Anbieterübersicht sucht, möchte gar nicht auf die Webseiten der Anbieter gehen, sondern sucht gerade Vergleichseiten, die umfassende Informationen über alle Anbieter liefern. Google wird also auch nichts gegen Affiliates, die AdWords-Kampagnen schalten, haben, da die User gezielt nach solchen Seiten suchen. Es kann deshalb auch nicht sein, dass es schlecht für den Quality Score ist, wenn eine Website viele ausgehende Affiliate-Links auf der Seite hat.

Was kann ich als Affiliate nun machen, um hier wettbewerbsfähig zu sein? Als erstes führt natürlich nichts an einer sauber strukturierten AdWords-Kampagne vorbei, wobei ich mich nicht auf die Top-Keywords stürzen würde, sondern gezielt Keywords schalte, bei denen die User einen Überblick haben wollen. Keywords in Kombination mit "vergleich", "anbieter" oder auch "tarife" sind hier bestimmt ein guter Start.

Des Weiteren wird kein Weg daran vorbei führen absolut effiziente Landing Pages zu bauen, die einfach besser und zielführender sind als die meiner Wettbewerber und der Direktanbieter. Der Google Website Optimizer ist hier bestimmt ein einfacher und kostengünstiger Einstieg in die Welt der multivariaten Optimierung.

Der wichtigste Punkt von allen ist aber eine perfekte Kalkulation auf Keyword-Level, um die Gebote der AdWords-Kampagne auszusteuern. Leider gibt es hier oft Probleme, da ich auf der einen Seite die AdWords-Oberfläche mit den Kosten habe und auf der anderen Seite die Affiliate-Plattformen wie Affili.net oder Zanox mit den Umsätzen. Nachdem ich letze Woche Zanox (Look@Landingpages) getroffen habe und mir im Vorfeld zur SES Thomas Bindl sein Tool Refined Ads gezeigt hat, will ich die beiden Tools in den nächsten Artikeln einmal genauer vorstellen.

Obwohl es immer schwieriger wird erfolgreich als SEM Publisher aufzutreten, lässt sich hier immer noch extrem viel Geld verdienen. Es wird durch eine professionelle Herangehensweise mit perfekten Landing Pages und einer detaillierten Kalkulation möglich sein kompetitiv AdWords zu schalten.

12. Juni 2008

Google Search Quality bei Inside-SEM


Da es bei der SES in Hamburg nicht nur um SEM geht, sondern auch ein paar Leute für SEO kommen, habe ich meine Ex-Kollegin Stefanie Dürr aus dem Search Quality Team von Google interviewt, um schon im Vorwege ein paar Fragen zu klären.

Inside-SEM: Wie kommt es, dass du am 23.06. bei der SES in Hamburg öffentlich auftrittst? Bis vor kurzem hat man doch fast nie jemanden vom Google Search Quality Team in der Öffentlichkeit gesehen.
Stefanie Dürr: Ich bin schon seit 2006 auf diversen Konferenzen unterwegs. Allerdings stand für mich zum damaligen Zeitpunkt eher im Vordergrund, erst einmal zu verstehen, wie wir unsere deutschen User und Webmaster am besten mit Infos und Tools unterstützen können. Wirklich wahrgenommen wurde unser Team dann erst, als wir unseren Webmaster Blog im März 2007 und unser Diskussionsforum für Webmaster im Mai 2007 gelauncht haben. Und Hamburg möchte ich natürlich nicht auslassen. Wer könnte das besser verstehen als Du, Lennart?!

Inside-SEM: Treten bei Events wie der SES auch Leute an Dich heran, die konkrete SEO-Tipps haben wollen?
Stefanie: Natürlich nutzen die Konferenz-Teilnehmer die Gelegenheit, Hinweise aus erster Hand zu erfragen. Allerdings ist es gleichzeitig unser Prinzip, allen Webmastern gegenüber transparent zu sein – unabhängig davon, ob sie Betreiber einer großen oder kleinen Site sind, und ob sie gerade eine bestimmte Konferenz besuchen oder nicht. Daher liegt unser Schwerpunkt auf der Vermittlung, wo die entsprechenden Antworten in der Webmaster-Zentrale zu finden sind. Genau aus diesem Grund haben wir ja im August 2006 die Webmaster-Zentrale gelauncht, um allen Webmastern Zugriff auf die gleichen Ressourcen zu ermöglichen.

Inside-SEM: Reden die Webmaster eigentlich offen mit Dir und erzählen von ihren Projekten oder ist es eine einseitige Kommunikation von Google zu den Webmastern?
Stefanie:
Die überwiegende Mehrheit der Webmaster erläutert, worum es bei ihrer Site geht. Alles andere würde das Troubleshooting auch eher schwierig gestalten. Und die Webmaster haben ja ein Interesse daran zu erfahren, wie sie ihre jeweilige Site Google-freundlicher gestalten können. Bei den Webmastern allerdings, die eher etwas zu verbergen haben, kommt es mitunter auch vor, dass sie dann doch lieber über die SEO-Projekte anderer erzählen statt über die eigenen.

Inside-SEM: Ihr schreibt im Webmaster-Blog immer wieder, wie wichtig Euch das Feedback ist? Geht es bei den bisherigen Möglichkeiten bezahlte Links und Webspam zu melden nur um das Anschwärzen von Wettbewerbern oder wie sieht das Feedback in der Regel aus?
Stefanie: Neben den beiden genannten Möglichkeiten in Bezug auf bezahlte Links und Webspam, über die wir auch erst kürzlich auf unserem Webmaster Blog berichtet haben, gibt es noch eine Reihe weiterer Arten, uns Feedback mitzuteilen: Zum Beispiel gibt es in unserem Diskussionsforum für Webmaster eine Kategorie für Vorschläge und Ideen für neue Features für die Webmaster-Tools und auf unserem Webmaster Blog bieten wir die Möglichkeit, Kommentare zu posten. Auch Konferenzen sind für uns eine gute Gelegenheit, auf direktem Wege Verbesserungsvorschläge von Webmastern zu erhalten. Zweiseitige Kommunikation ist uns deswegen so wichtig, weil natürlich nur unsere User letztlich entscheiden, wie gut unsere Suche funktioniert. Dieses Feedback nutzen wir für Lösungen, die allen Usern und Webmastern zu Gute kommen. Das Resultat von User-Feedback sind z. B. neue Artikel in unserer Hilfe für Webmaster, Blog Posts oder neue Features in den Webmaster-Tools (wie etwa der robots.txt-Generator, der seit März in den Webmaster-Tools zur Verfügung steht).

Inside-SEM: Kommt ihr überhaupt dazu, Euch jedes einzelne Feedback anzuschauen und zu bewerten?
Stefanie: Bei Feedback, das uns Webmaster über unser Diskussionsforum oder über die Kommentare zu unserem Blog zukommen lassen, könnt Ihr sichergehen, dass wir uns das in jedem Fall ansehen und gegebenenfalls an die entsprechenden Stellen weiterleiten.
In Bezug auf Spam-Reports ist zu beachten, dass es zwei Arten gibt: Ein
authentifiziertes Formular, das die Anmeldung in den Webmaster-Tools voraussetzt, und ein nicht authentifiziertes Formular. Diejenigen Spam-Reports, die Ihr uns mittels des authentifizierten Formulars schickt, werden stärker gewichtet und öfter individuell untersucht. Spam-Reports, die mittels des nicht authentifizierten Formulars eingereicht werden, werden nach ihrer Auswirkung eingestuft, und ein großer Teil dieser Reports wird ebenfalls von uns überprüft. Der andere Teil wird dazu herangezogen, unsere Suchalgorithmen maschinell zu verbessern.

Inside-SEM: Search Quality wird gerne als Webspam Bekämpfung gesehen und die SEOs stellen Euch öfters als die andere Seite dar. Geht es bei dem Job tatsächlich hauptsächlich um Webspam oder liegen eigentlich andere Themen im Fokus?
Stefanie: Das Mission Statement von Google besagt, dass unser Ziel darin besteht, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Darin klingt an, dass der Bereich Search Quality ein viel weitergefächertes Spektrum umfasst als nur den Bereich Webspam. Ein übergeordnetes Ziel verbindet allerdings all die unterschiedlichen Teams im Bereich Search Quality: Die Sucherfahrung unserer User zu verbessern und das in allen Teilen der Welt. Ein ganz aktuelles Beispiel unserer Arbeit könnt Ihr z. B. sehen, wenn Ihr die Suchanfrage "Euro 2008" eingebt. Damit könnt Ihr direkt auf der Ergebnisseite den aktuellen Spielstand und die Ankündigung des nächsten Spiels sehen – maximal relevante Ergebnisse in minimaler Zeit. Weitere Einblicke in unsere Arbeit bietet der Blog Post von Udi Manber, der auf unserem Webmaster Blog eine sehr lesenswerte Einführung in Search Quality bei Google gibt.

Inside-SEM: Vielen Dank für das Interview und bis zur SES in Hamburg.

11. Juni 2008

Trends im SEM mit Martin Sinner

In 2 Wochen steigt die SES in Hamburg und Martin Sinner wird die Keynote Speech halten. Mit Idealo hat er in den letzten Jahren einen bekannten Preisvergleich aufgebaut, der sich bei Google durch eine sehr hohe Präsenz im Index auszeichnet. Allein diese Präsenz zeigt, dass Martin einer der Top-Experten auf dem Gebiet Suchmaschinenmarketing in Deutschland ist und man bestimmt noch einiges von seinen Erfahrungen lernen kann. Als wir uns im Vorwege der SES einmal über die Trends im Suchmaschinenmarketing unterhalten haben, kam die Idee ein paar der Punkte in einem kurzen Interview zu veröffentlichen.

Inside-SEM:
Hi Martin, du hältst am 23.06. die Keynote bei der SES in Hamburg. Kannst du schon verraten was die Trends im Suchmaschinenmarketing sind?
Martin Sinner: Für mich sind die derzeitigen Trends das Thema vertikales Suchen (insbesondere regionales Suchen), Mashups und Aggregatoren sowie das Thema Flexibilität bei der Abrechnung von Adwords.

Inside-SEM: Jedes Online-Unternehmen will noch wachsen, wachsen und wachsen. Sind Suchmaschinen noch große Wachsumstreiber für die Marketing-Strategie oder siehst du andere Kanäle in die zurzeit investiert werden sollte?
Martin: Sicherlich bleibt Google eine wichtige Quelle für Wachstum, aber Google wächst nicht mehr sehr stark und fast jeder macht SEO und SEM. Offensichtlich sucht der Markt derzeit massiv nach Alternativen zu SEO und SEM. Klassische Werbung könnte für einige Geschäftsmodelle zur echten Alternative werden.

Inside-SEM: Hat SEO oder SEM (AdWords) mehr Potenzial sich in Zukunft als sehr wichtiger Marketingkanal zu entwickeln?
Martin: SEO und SEM hat für meine Begriffe in Richtung Regionalisierung noch ein riesiges Potential, das sich noch lange nicht erschliesst. Hierbei wird einiges über das Handy laufen.

Inside-SEM: Ist es richtig, dass die Klickpreise seit Jahren immer mehr ansteigen?
Martin: In letzter Zeit steigen die Klickpreise nicht mehr so stark an, da immer mehr Werbetreibende auf Qualität und Conversion achten und auch Google auf mehr Qualität achtet.

Inside-SEM: Ist Klickbetrug für dich noch ein Thema?
Martin: Für uns ist das kein Thema mehr. Google dürfte das als flächenhaftes Problem weitgehend gelöst haben. Gegen kleinere Attacken zur Schädigung des Wettbewerbs kann man natürlich nicht all zu viel tun.

Inside-SEM: Google bewegt sich zurzeit durch die PPA-Kampagnen im Content Netzwerk und den Conversion Optimizer immer mehr in Richtung CPA-Abrechnung. Gibt es bei Suchmaschinen einen Trend von CPC zu CPA?
Martin: Ich sehe da eher einen Trend zur Flexibilität bei der Abrechnung. Jeder Advertiser rechnet sich seine Kosten aus und ist bereit einen bestimmten CPO zu zahlen. Ob er den nun direkt ausgewiesen bekommt oder sich vom CPC errechnet ist egal. Google wird allerdings durch die Möglichkeit CPA abzurechnen immer mehr zum Bid Management. Viele vor allem kleinere Kunden werden das nutzen, aber einige der größeren Kunden wollen sich gegenüber Google nicht zu sehr entblössen.

Inside-SEM: Ihr betreibt mit Idealo nun schon seit einigen Jahren ein exzellentes SEO. Warum habt ihr bei AdWords eine geringere Präsenz als im Index?
Martin: Idealo betreibt so viel SEM wie möglich, aber in unserem Segment ist der Wettbewerb leider sehr groß.

Inside-SEM: Wie viele Keywords braucht ein Preisvergleich in seinem AdWords-Konto um 300.000 Produkte zu bewerben?
Martin: 300.000 wären zuviel. Entscheidend ist der Kompromiss zwischen Bedienbarkeit des Accounts und Conversion. Da gibt es irgendwann eine Grenze.

Inside-SEM: Was ist deine Meinung zur Automatisierung von SEM-Kampagnen mithilfe von Bid Management Tools?
Martin: Grundsätzlich ist die Automatisierung solcher Kampagnen der richtige Ansatz, aber ich kenne noch kein Tool von dem ich sagen würde "das ist es". Ich glaube, dass einige Anbieter von solchen Tools auf einem guten Weg sind, Thomas Bindl zum Beispiel. Es haben aber alle Hersteller von Bid Management Tools noch einiges zu tun.

Inside-SEM: Sieht man in deinen Augen einen verstärkenden Effekt wenn man sowohl im Index als auch bei AdWords auf Top-Positionen steht?
Martin: Ja klar, allerdings sehe ich das nur bei echten Top Platzierungen. Es wird immer Leute geben, die sich die werblichen Ergebnisse gut anschauen, auch wenn die generischen Ergebnisse qualitativ gut sind.

Inside-SEM: Betreibt ihr bei Idealo das SEM inhouse oder nutzt ihr eine Agentur? Warum habt ihr euch für diese Lösung entschieden?
Martin: SEM machen wir komplett inhouse. Bei uns hat sich das so etabliert zu einer Zeit als es noch so gut wie keine geeigneten SEM-Agenturen in Berlin gab. Ein bisschen was machen wir sogar für Kunden.

Inside-SEM: Vielen Dank für das Interview und ich freue mich auf deinen Vortrag bei der SES in Hamburg.

10. Juni 2008

AdWords 3.0: Von CPC zu CPA

In manchen Meetings schwärmen die alten Hasen noch von den Anfangszeiten als bei Google noch auf TKP-Basis abgerechnet wurde. Was nur ein paar Jahre her ist, hört sich in der schnelllebigen SEM-Branche schon nach Nostalgie an.

Nachdem jahrelang das CPC-Modell sehr erfolgreich lief, sieht man so langsam einen Wechsel von CPC zu CPA-Abrechnung. Mit der Einführung diverser Bid Management Optionen und vor allem dem Conversion Optimizer, ermöglicht Google den Werbekunden eine Abrechnung auf CPA-Basis, bei der die Aussteuerung der Gebote durch Google erfolgt. Wie jedes Bid Management Tool braucht auch der Conversion Optimizer von Google erstmal eine ausreichende Datenmenge, um die Gebote richtig festzulegen. Mit der Version 2.0 des Conversion Optimizers bietet Google nun die Möglichkeit an von einer CPC- auf eine CPA-Abrechnung umzustellen, wobei pro Kampagne die Voraussetzung von 200 Conversions innerhalb der letzten 30 Tage besteht.

Nachdem schon seit ein paar Monaten im Content-Netzwerk die Möglichkeit einer PPA-Abrechnung besteht, folgt also nun die Cash Cow von Google - Search. Ich finde die Umstellung von Google sehr gut und denke es ist schon sehr innovativ wie Google hier vorgeht. Statt sich auf das erfolgreiche CPC-Modell zu verlassen wird permanent nach neuen Möglichkeiten für die Werbekunden gesucht und das Produkt AdWords weiterentwickelt.

SEM bei Hitmeister: Interview mit Gerald

Letzte Woche war ich in Köln bei den Jungs von Hitflip, die vor gar nicht langer Zeit mit ihrem Portal Hitmeister gestartet sind. Ich finde es schon beeindrucken in was für einem Tempo die Website erstellt wurde und wie intensiv an der Optimierung gearbeitet wird. Bisher gibt es bei Hitmeister vor allem Filme, Bücher, Spiele und Musik, wobei auch der FSK18-Bereich langsam Form annimmt. Wie wichtig ist nun SEM für ein junges E-Commerce Unternehmen und wie geht man die Masse an Keywords an, die für die vielen Produkte gebucht werden müssen. Ich hab mich deshalb mit Gerald Schönbucher getroffen und ein paar Fragen zu SEM gestellt.

Inside-SEM:
Ihr seid vor ein paar Wochen mit dem Portal Hitmeister gestartet und bietet einen Marktplatz für Filme, Bücher, Spiele usw. an. Wie wichtig ist für ein junges Projekt das Suchmaschinenmarketing?
Gerald Schönbucher: Sehr wichtig. SEO benötigt viel Zeit, unser Affiliate Programm muss auch erst wachsen, nur mit SEM konnten wir sofort richtig durchstarten.

Inside-SEM: Gerade in diesem Segment habt ihr mit einigen Platzhirschen zu kämpfen, die sehr starke Marken haben. Spürt man deren Marktmacht?
Gerald: Ja, die spürt man. Der E-Commerce ist ein Haifischbecken, in das wir uns jetzt gewagt haben. Aber obwohl die Etablierten schon sehr viel Erfahrung und auch entsprechende Kontohistorien haben, sehen wir immer mehr Keyword-Bereiche, in denen wir schon auf der gleichen Ebene spielen oder sogar schon einen Edge haben.

Inside-SEM: Macht ihr das SEM inhouse oder habt ihr externe Unterstützung? Warum habt ihr euch für diese Variante entschieden?
Gerald: Wir machen SEM bislang ausschließlich inhouse. So haben wir nicht das Problem, dass wir zunächst Produktwissen und Prozesswissen an eine Agentur tranferieren müssen. Außerdem möchten wir uns zunächst Performance-Referenzpunkte schaffen. Mit diesen können wir dann die Arbeit von Agenturen, sollten wir sie später für das eine oder andere Konto hinzuziehen, vergleichen.

Inside-SEM: Gerade für Retailer gibt es das Problem der Aktualität. Jeden Tag kommen neue Produkte hinzu und es fallen welche weg. Braucht man hierzu Millionen von Keywords?
Gerald: Man braucht dafür sehr viele Keywords, ja. Wir arbeiten daher auch mit mehreren AdWords-Konten. Das Keyword-Management im Longtail ist eine Herausforderung.

Inside-SEM: Ist ein AdWords-Konto mit Millionen von Keywords noch zu verwalten?
Gerald: Das Aufsplitten auf mehrere AdWords-Konten ist sinnvoller. Damit lassen sich auch intern die Verantwortlichkeiten besser strukturieren.

Inside-SEM: Lohnt sich bei so großen Keywordlisten überhaupt SEM mit Yahoo oder ist der Aufwand zu hoch?
Gerald: Wir haben das anfangs getestet, haben unsere Kampagnen aber dann recht schnell pausiert. Wenn man Bid Management-Tools (mit all ihren Vor- und Nachteilen) einsetzt, kann das effizient sein, für uns ist das derzeit nicht der Fall.

Inside-SEM: Ist euer Business tatsächlich ein Long Tail Business, in dem die Masse an Besuchern über sehr viele verschiedene Keywords kommen?
Gerald: Ja, wir betreiben ein Long Tail Business. Es gibt etwa unzählige Spiele, DVDs, Bücher, über die unsere Käufer kommen. Natürlich gibt es daneben auch noch Kernkeywords, die generischer sind. Auch diese spielen eine große Rolle.

Inside-SEM: Wie haltet ihr euch über das Thema AdWords auf dem laufenden?
Gerald: Dein Blog ist natürlich Pflichtlektüre. ;-) Darüber hinaus lesen wir auch noch andere SEM-Blogs und tauschen uns regelmäßig mit SEMlern aus anderen Branchen aus. Es gibt immer wieder Ideen, die branchenübergreifend funktionieren.

Inside-SEM: Vielen Dank für das Interview und noch weiterhin viel Erfolg mit Hitmeister.

9. Juni 2008

Monatsbudget für AdWords-Kampagnen

Bisher war es bei den AdWords-Kampagnen nur möglich für jede Kampagne separat ein Tagesbudget festzusetzen. Dieses Tagesbudget kann jeden Tag bis zu 20% überschritten werden, was allerdings innerhalb von 30 Tagen ausgeglichen wird. Da viele Unternehmen eher mit Monatsbudgets kalkulieren, testet Google nun die Option Monatsbudgets für Kampagnen festzulegen.
Es wird also möglich sein für die Kampagnen in den Einstellungen zwischen Tages- und Monatsbudgets zu unterscheiden.

Starke Marke oder starker Slogan?

Was ist wichtiger bei Anzeigentexten, die Marke in der Headline oder einen Marketingslogan, in dem das gesuchte Keyword vorkommt? In einigen Branchen, wie z.B. Finance, nutzt mittlerweile fast jedes Unternehmen die Möglichkeit statt eines Marketingslogans die Marke in die Headline des Anzeigentextes zu setzen. Beispiel ist hier bei dem Keyword "kfz versicherung" Direct Line oder ASSTEL:Als Alternative könnte ich versuchen z.B. Anzeigentexte mit "Günstige KFZ-Versicherung" oder "KFZ-Versicherung ab 4€" zu versuchen. Wann ist es nun ratsam die Marke in die Headline zu nehmen und wann nicht?

Eine Faustregel gibt es hier leider mal wieder nicht und ich komme um Testen nicht herum. Es kommt zum einen auf die Stärke der eigenen Marke, die Art des Suchbegriffs und auch den Anzeigentexten der Wettbewerber an. Wenn ich z.B. nach "tagesgeld" suche, haben fast alle Anzeigen einen Slogan mit der Verzinsung in der Headline. Beispiele sind hier 1822 oder die VW Bank:

Es heisst also mal wieder einfach testen was besser funktioniert. Ich denke bei Begriffen wie "tagesgeld" ist die Verzinsung das entscheidene Kriterium und es kommt nicht so sehr auf die Bank an. Deshalb sind hier Marketingslogans besser als die Marke.

Grundsätzlich würde ich aber auch eher versuchen die Marke in die Headline nehmen, wenn ich schon eine hohe Markenbekanntheit habe. Naja, aber was versuche ich hier jetzt zu begründen? Im Performance-Marketing gibt es nur eine Lösug und die heisst: Testen!

SEM bleibt SEM

Wie gerne hätten es einige Personen, wenn die Aussteuerung von AdWords-Kampagnen immer komplizierter wird und es durch eine Ausweitung des Quality Scores möglich wird sich durch clevere Tricks einen Vorteil zu verschaffen und ähnlich wie bei SEO einen strategischen Vorteil zu sichern. Als ich einen Artikel von Kevin Gold im SearchMarketing Standard gelesen habe, dachte ich jetzt geht die alte Diskussion wieder los.

Ich sehe es überhaupt nicht so wie Kevin und denke SEM bleibt wie es ist und es wird auch in Zukunft nicht möglich sein die Ergebnisse durch Tricks signifikant zu beeinflussen. Natürlich gibt es auch Blackhat-PPC Techniken und viele SEOs machen in Wirklichkeit durch SEM-Kampagnen ihr Geld und nicht mehr durch SEO. Trotzdem gibt es fast keinen richtig kompetitiven Bereich, in dem ein Marktteilnehmer eine Top-Position durch clevere Tricks belegt.

Ladezeit der Website, Keyword auf der Landing Page, historische Klickrate, usw. sind für viele ein Indiz, dass der Algorithmus immer komplexer wird und es Möglichkeiten gibt ihn auszutricksen. Ich finde die Komponenten des Quality Scores aber alle logisch und es gibt dort auch nicht viel zu tricksen. In Nischen oder im Long Tail Arbitrage Geschäft kann man bestimmt durch Experimente und Austesten des Algorithmus einiges erreichen, jedoch kommt man ohne hohe CPCs niemals bei den richtig kommerziellen Keywords nach vorne.

So sehr es sich einige Marktbeobachter und SEOs wünschen, ich glaube nicht, dass SEM mit dem früheren SEO zu vergleichen ist und auch in Zukunft nicht sein wird.

7. Juni 2008

Top-Position: Marktmacht durch Marken

Ich lese gerne den E-Commerce Blog von Jochen Krisch oder auch Deutsche Startups und staune immer wieder über die unzähligen kleinen E-Commerce Websites, die durch kreative Ideen die großen Platzhirsche angreifen wollen. Trotz hervorragender Website und ansprechendem Layout fehlt oft der nötige Traffic, sodass schnell auf SEO und AdWords gesetzt wird. Im Index gibt es leider kaum ein Vorbeikommen an den starken Preisvergleichen und bei AdWords blockieren fast überall die großen Retailer Otto, Quelle, Neckermann und Co. die Top-Positionen und bekommen die Masse der Besucher. Wie kann es nun sein, dass ich mit einer AdWords-Kampagne kaum an den großen Anbietern vorbeikomme und eine Position vor denen erlange? Hier kommt der Quality Score ins Spiel, der die starken Marken der großen Anbieter unterstützt. Für die meisten Kunden ist eine bekannte Marke nun einmal sehr wichtig und die großen Retailer haben in der Regel immer eine bessere Klickrate als neue Anbieter. Der Anzeigentext kann dabei noch so gut sein, der eigene Quality Score wird fast immer vergleichsweise niedrig sein.

Leider ist es in den letzten Monaten für neue Anbieter immer schwieriger geworden in den Markt einzusteigen, da Google den Quality Score sehr stark in der Formel zur Bestimmung des Rankings gewichtet hat. Ein guter Anzeigentext, in dem das gesuchte Wort vorkommt und eine bekannte Marke sorgen somit schnell dafür, dass langfristig eine Top-Position erzielt wird. Die Macht der Marke ist bei AdWords deutlich zu spüren und somit lohnt sich SEM für junge, unbekannte Unternehmen oft nicht. Ob Google in Zukunft daran etwas ändern wird? Ich glaube leider nicht.

Sind zu viele Keywords schlecht für den Quality Score

Tausende von Produkten im Online-Shop und keine Lust die Keywords alle einzelnd im AdWords-Konto einzutragen? Dieses Problem haben fast alle Retailer, die eine große Produktpalette haben und dadurch wird das AdWords-Konto schnell mit Keywords gefüllt. Um den Long Tail an Keywords auch abzudecken, versuchen viele automatisch mit Excel-Sheets Keywordlisten zu generieren, die Produkte mit Begriffen wie "kaufen" oder "angebot" verbinden. Dadurch kommen dann sinnvolle Keywords wie "playstation 2 kaufen" heraus, aber auch sinnlose wie "charlotte roche feuchtgebiete kaufen billig angebot". Man kann so sehr schnell seinen Chef mit einer Long Tail Strategie beeindrucken und hat immer gute Argumente gegenüber Wettbewerbern, die weniger Keywords im AdWords-Konto haben. Aber macht dieses Vorgehen überhaupt Sinn?

Leider wird mit dieser Strategie das Limit von 1 Million Keywords pro Konto schnell ausgereizt und es werden weitere Konten benötigt. Ein MCC (My Client Center) muss her, damit die Keyword-Massen auch alle verwaltet werden können. Durch diese Struktur wird meine AdWords-Kampagne innerhalb von kurzer Zeit völlig unübersichtlich und ist kaum noch zu verwalten. Der AdWords Editor braucht jedes Mal sehr lange, um die Daten herunterzuladen und die AdWords-Oberfläche streikt. Dieses Szenario ist keine Ausnahme, sondern kommt bei vielen AdWords-Kunden vor.

Ich denke es ist nicht sehr vorteilhaft unsinnige Keywordlisten hochzuladen, bei denen 80% nie eine Impression generieren. Google sagt, dass dieses Vorgehen den Quality Score verschlechtert, was ich aber nicht ganz glaube. Die vielen Keywords ohne Impressions werden zwar das Konto belasten, indem es schlecht zu bedienen ist, jedoch habe ich noch nie gesehen, dass die restlichen Keywords darunter gelitten haben. Bei sehr unsinnigen Kombinationen, die noch nie gesucht wurden, kann es sogar sein, dass Google diese Begriffe gar nicht mehr in Betracht zieht, um die Server zu entlasten. Wenn ich viele solche Kombinationenn im Konto habe, kann ich einfach mal so ein Keyword bei Google eingeben und es wird keine Anzeige erscheinen, obwohl ich die Kombination in meiner Keywordliste habe.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass es keine sehr gute Strategie ist Massen von Keywords automatisch zu generieren, um somit den Long Tail abzudecken. Jeder der sowas macht, sollte seine Keywordlisten ausdünnen und auf Sinnhaftigkeit überprüfen. Trotzdem glaube ich nicht, dass Google dieses Vorgehen mit einer Herabsetzung des Quality Scores bestraft.