24. September 2008

Landing Pages mit oder ohne Navigation?

Schlanke Landing Pages werden oft als sehr professionell und modern angesehen. Bestellt man bei einer Grafikagentur moderne Landing Pages kommen als Resultat oft grafisch sehr schöne Seiten heraus. Es wird bei den Landing Pages immer mehr darauf geachtet, dass sie sehr schlank und übersichtlich sind, damit der User schnell an sein Ziel kommt und kauft. Ist es denn nun zum Beispiel besser eine Landing Page mit oder ohne Navigation auf der Seite zu erstellen?

Als Ausgangsbasis könnte man die Landing Page von T-Mobile nehmen, die für einzelne Produkte verwendet wird:
Wir haben hier gleich 2 Navigationen, die jeweils links und oben zu finden sind. Der User, der auf diese Landing Page gekommen ist, hat nach "sony ericsson c902" gesucht, was schon eine sehr konkrete Suchanfrage ist, die bedeutet, dass der User im Kaufprozess schon sehr weit fortgeschritten ist. Im Menü werden nun viele weitere Optionen angeboten, die den User ablenken können und nichts direkt mit dem Produkt zu tun haben.

Wenn ich jetzt einfach mal testweise die Navigation auf der linken Seite ausblende, bekomme ich als Resultat die folgende Seite:

Natürlich kann man die Seite grafisch anspruchsvoller gestalten, aber das ist jetzt nur eine technische Spielerei, die zeigt, wie einfach ein Test sein kann. Die neue Version wirkt sehr viel aufgeräumter und lenkt den User nicht so sehr durch eine Navigation mit anderen Produkten ab. Doch welche Version ist nun besser?

Keiner kann das in diesem Fall zu 100% sagen, aber ich würde hier auf Version 2 tippen. Wir haben mit Trakken in anderen Bereichen, wie Finanzen, durch ähnliche simple Tests die Conversion Rates kurzfristig um 50% angehoben, was zeigt wie groß das Potenzial sein kann. Die Navigation ist nur eine einfache Möglichkeit zur Optimierung von Landing Pages und es gibt noch unzählige weitere.

Wie geht man nun an das Thema heran? Es ist sehr einfach und kostet im ersten Schritt nicht viel, da der kostenlose Google Website Optimizer genutzt werden kann. Wer die ersten 2-3 Tests gestartet hat, wird bestimmt nach kurzer Zeit süchtig nach testen:)

Doch ist abschließend gesagt eine Navigation auf der Landing Page immer schlecht? Nein, natürlich nicht, denn sie gibt dem User oft einen vertrauensvollen Eindruck und zeigt ihm, dass es sich bei dieser Website um einen umfangreichen, großen Shop handelt, in dem er zur Not auch stöbern kann, wenn das Produkt selbst nicht so gut gefällt. Wir haben die Navigation in Tests auch schon ausgeblendet und dadurch die Conversion Rate um 20% verringert. Grundsätzlich sollte man deshalb beide Ansätze einmal testen und wird bestimmt viel Spass dabei haben. Die Verbesserung der Conversion Rate wird sich auch sofort auf die SEM-Kampagne auswirken, da es wieder etwas mehr Spielraum bei den CPCs gibt.

Mole2 - live aus dem Trakken office

Montag Abend 19 Uhr, saßen 2 Personen mit einem Mikrofon in einer dunklen Ecke vom Konferenzraum im Büro. Noch etwas unschlüssig wie es jetzt losgehen soll und nur eine erste Agenda auf dem Flipchart, die gerade noch im Entstehen war, ging es ein paar Minuten später los und der erste Web Analytics Podcast von Ex-Googler Timo Aden und Mr. Coremetrics Patrick Ludolph ging live. Mole2 wird ab sofort regelmäßig über die Welt der Web Analyse berichten und neue Trends im Markt sowie kleine Hacks vorstellen. Ich bin mir sicher, dass es ein paar Leute gibt für die das sehr interessant ist, da sich bisher auch schon eine beeindruckende Zahl von 4.100 Personen einen RSS-Feed von Timo´s Blog über Web Analytics bestellt haben.

Ich wünsch euch viel Erfolg bei dem Podcast!

22. September 2008

Quality Score = 10/10? Es ist so einfach!

Auf seroundtable.com habe ich einen Artikel zum Thema Quality Score gefunden, der im Forum von Searchenginewatch diskutiert wurde. Hier ging es einmal wieder um die Landing Page Quality, Keywords im Title, in der URL und auf der Seite. Das Beispiel zeigt wie ich einfach zu einem Quality Score von 10 (nach der neuen Skala) komme, indem ich ein paar Grundsätze beachte:

  • Keyword sollte in der URL vorkommen
  • Keyword erscheint im title tag
  • es wird keine Navigation verwendet
  • keine Anzeigen
  • keine Links
  • viel Text über mein Keyword
Als Resultat erschien im AdWords-Konto sofort ein Quality Score in Höhe von 10. Hm, ich hatte in einem früheren Artikel zum Quality Score einmal geschrieben, dass ich nicht so viel von dieser Theorie halte und sie zum Teil sogar falsch finde. Lieg ich nun doch falsch?

Schauen wir uns noch einmal den Versicherungsbereich an, der in der Regel sehr hohe CPCs hat, von sehr professionellen Agenturen betreut wird und sehr kompetitiv ist. In Deutschland sind unter den Top 3 Anzeigen (jedenfalls heute) bei dem Keyword "versicherung" Directline, R+V sowie Zurich Connect.

Directline:
  • Keyword sollte in der URL vorkommen: kommt nicht vor
  • Keyword erscheint im title tag: nein
  • es wird keine Navigation verwendet: keine Navigation
  • keine Anzeigen: richtig
  • keine Links: interne und externe Links
  • Viel Text über mein Keyword: Keyword kommt im Text nicht vor
R+V:
  • Keyword sollte in der URL vorkommen: nein
  • Keyword erscheint im title tag: nur in einer Kombination
  • es wird keine Navigation verwendet: Navigation wird angezeigt
  • keine Anzeigen: richtig
  • keine Links: richtig
  • Viel Text über mein Keyword: kein Text
Zurich Connect:
  • Keyword sollte in der URL vorkommen: nein
  • Keyword erscheint im title tag: nein
  • es wird keine Navigation verwendet: richtig
  • keine Anzeigen: richtig
  • keine Links: richtig
  • Viel Text über mein Keyword: Keyword kommt im Text vor
Zum Teil wurden die neuen Erkenntnisse bei den 3Versicherungen schon umgesetzt und sie müssten sich einem Quality Score von 10 annähern. Wenn ich nun wieder in den USA bei "insurance" nachschaue, erscheinen dort GEICO, esurance und Allstate in den Top 3. Keine dieser Seiten beachtet die Grundsätze über Landing Pages und sie müssten demnach ein enormes Potenzial haben.

Ich hab selbst schon sehr viele Experimente mit Landing Pages gemacht und würde mich niemals an Weisheiten wie den oben genannten halten. Eventuell kommen einige der Kriterien im Algorithmus der Landing Page Quality vor, was jedoch nicht heisst, dass es so einfach ist einen hohen Quality Score zu erzielen. Im Vordergrund sollte noch immer die Conversion Rate stehen und hier gibt es viel höhere Hebel. Wer sich an die "Regeln" für Landing Pages halten würde, erstellt bestimmt so schlechte Landing Pages, die beim harten Wettbewerb nicht mithalten können.

Also als Zusammenfassung kann ich nochmal sagen, dass ich die Theorie für totalen Quatsch halte und es ist schade, dass hier immer noch so viel diskutiert wird. Landing Pages sollen für User optimiert werden und nicht für Google und die Theorien einiger "Experten".

21. September 2008

Kommt AdWords/AdSense Arbitrage zurück?

Es ist gar nicht so lange her als es noch sehr einfach war viel Geld durch AdWords/AdSense Arbitrage zu verdienen. (Werbung mit AdWords schalten und auf der eigenen Seite sehr prominent AdSense positionieren) Es gibt auch in Deutschland einige Leute, die hiermit in den letzten Jahren sehr sehr gut verdient haben. Quality Score und Landing Page Quality haben diesem Arbitrage-Modell einen Strich durch die Rechnung gemacht und heute ist kaum noch eine Seite zu finden, die auf hohem Niveau AdWords/AdSense Arbitrage durchführt. Was ist passiert? Werden die AdSense-Anzeigen nicht prominent genug platziert, ist leider die Klickrate so gering, dass das Arbitrage-Modell nicht aufgeht. Platziere ich die Anzeigen dagegen sehr aggressiv auf der Landing Page und habe dadurch eine hohe Durchklickrate, schlägt die Landing Page Quality zu und ich muss mit meinen AdWords-Ausgaben hochgehen.

Es gibt ein paar Anzeichen, dass demnächst eine Integration von AdSense in Google Analytics kommen wird. Digital Inspiration hat bereits einige Analytics Screenshots veröffentlicht, die die verschiedenen Reports zeigen. Es wird also sehr verlockend hier ein wenig mit Arbitrage zu experimentieren, da das Modell durch Analytics leicht ausgesteuert werden kann. Wenn ich in einer Oberfläche AdWords-Ausgaben und AdSense-Einnahmen pro Keyword gegenüberstellen kann, kann es eigentlich nicht schief gehen.

Leider gibt es hier nach wie vor die Landing Page Quality, die bestimmt dieses Arbitrage-Modell verhindern wird....zumindest sobald eine kritische Masse überschritten wird und es sich wirtschaftlich lohnt. Arbitrage mit AdWords ist heute fast verbreiteter als je zuvor, jedoch klappt das kaum noch mit AdSense, sodass ich das jetzt auch nicht mehr versuchen würde.

71 Euro für Platz 1 bieten?

Jede Änderung am Quality Score von AdWords wird mit Spannung erwartet und oft gibt es auch bei einigen Kunden ein böses Erwachen, wenn plötzlich die Performance nach unten geht. In der Regel sind die kleinen Änderungen kaum spürbar und der Quality Score ändert sich in kleinen Schritten.

Die aktuelle Änderung bei den Mindestgeboten geht nun langsam live und in einigen AdWords-Konten sind die Anzeigen für das "Gebot für Seite 1" schon zu sehen. Naja, so ganz hat AdWords das System noch nicht im Griff, da es manchmal zu sehr seltsamen Ergebnissen kommt:


In diesem Fall wird von AdWords ein Gebot von 71 Euro für Seite 1 empfohlen. Ich befürchte in diesem Fall wird der CPO kaum eingehalten werden und es scheint, als ob das Keyword irrelevant ist. Leider ist es ein sehr gutes Keyword, das genau das Geschäftsmodell der Website widerspiegelt und bei den bisherigen Impressions wurde die Anzeige bei diesem Keyword im Durchschnitt auf Position 2,5 ausgeliefert. Hm, nun verstehe ich die 71 Euro noch weniger....

19. September 2008

Conversion Tracking ohne Google-Logo

Durch die OMD habe ich nur mit etwas Verzögerung mitbekommen, dass Google eine kleine Änderung vorgenommen hat, die für die meisten Nutzer des Conversion Trackings bestimmt interessant ist, jedoch kaum einer etwas an seiner Seite ändern muss.
Es ist jetzt möglich das AdWords Conversion Tracking zu nutzen, ohne dass auf der Bestätigungsseite "Google Website-Statistiken" erscheint. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass jemand tatsächlich das kleine Logo eingeblendet hat, obwohl es eigentlich von Google vorgeschrieben war. Der Schritt ist deshalb sehr gut und Google hat erkannt, dass es für User eher abschreckend wirkt, wenn Google selbst auf Kaufbestätigungsseiten erscheint.