2. April 2007

10+20=60 - warum es ohne SEO nicht geht!

Es mag sich für viele SEOs selbstverständlich anhören, aber die einfache Formel 10+20=60 ist bei dem großen Teil der Marketingentscheider von großen Firmen noch nicht angekommen. Es wurde in diversen Foren oft diskutiert ob es vielleicht eine Verbindung zwischen den AdWords Anzeigen und dem Google Index gibt. Meines Wissens nach gibt es so eine direkte Verbindung nicht und wird es auch nie geben, eine indirekte Verbindung existiert aber in der Tat.
Ich bin vor Kurzem wieder über die alte Studie von MarketingSherpa (IT Marketing Metrics Guide, Mai 2004) gestolpert und muss sagen, dass sie in der Regel voll zutrifft. Die Studie behandelt unter anderem die Verbindung zwischen PPC und SEO. Wenn ich mich mit meiner Kampagne lediglich auf SEO konzentriere, kann ich mit einer Top-Position im Google Index bei 1.000 Impressions 20 Klicks bekommen. Möchte ich dagegen alle meine Aktivitäten auf AdWords konzentrieren, kann ich aus 1.000 Impressions 10 Klicks bekommen. Bisher hört sich alles ganz logisch an, aber was passiert wenn ich mich dazu entscheide beide Kanäle voll auszunutzen und mich auf SEO und PPC konzentriere? Das Resultat werden hier bei 1.000 Impressions nicht etwa 30 Klicks, sondern 60 Klicks sein.

Der Effekt hört sich nach reiner Theorie an, wurde mir jedoch von mehreren großen Unternehmen bestätigt. Wer testweise für ein paar Tage seine AdWords Kampagne eingestellt hat, musste leider auch einen Einbruch bei den Klicks aus dem Index feststellen. Es scheint einen gewissen Branding-Faktor zu geben, der die Klickrate bei Index-Ergebnissen anhebt wenn AdWords geschaltet werden. Die vielen On-site Optimierungen können sich also erst richtig bezahlt machen, wenn entschieden wird eine AdWords-Kampagne zu starten.

Auf der anderen Seite bedeutet es für Unternehmen, die bisher ihre Marketingaktivitäten auf AdWords konzentriert haben, dass sie sich schleunigst mit SEO beschäfitgen sollten, da sie einen Teil der AdWords-Marketingpower verschenken. Die volle Kraft von SEO und PPC kann also nur genutzt werden, wenn ich beides parallel bearbeite.

Kommentare:

Fabian Brüssel hat gesagt…

Traffic ist eine Seite, Conversion eine andere. Wärhend ich diese Theorie in der Praxis durchaus bestätigt kann (was die Klicks angeht), sehe ich aber nicht umbedingt eine erhöhte Conversion durch die 'mehr' Klicks.

Wie sind denn da deine Erfahrungen?

Lennart hat gesagt…

Es kommt immer auf die Marketingziele drauf an. Wenn ich mit meiner Seite langfristig zu den Top-Marktteilnehmern gehören möchte, muss ich eine gewisse Präsenz schaffen. Wenn jemand einen für mich relevanten Suchbegriff bei Google eingibt, muss ich dort erscheinen, entweder im Index oder mit PPC. Das hat einen enormen Branding Effekt und wird langfristig die CTR bei PPC und den Index Ergebnissen stärken.

Nicht jeder will nur die Kampagnen optimieren, sondern viele haben auch Ziele wie Wettbewerber verdrängen oder Marktmacht aufbauen. Bei diesen Zielen brauche ich sehr viel Traffic! Wenn der Traffic stark zunimmt, kann sich auch eine niedrigere Conversion Rate rechnen.

Kerner hat gesagt…

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Konversion etwas ansteigt, wenn z.B. zusätzlich zum sehr guten SEO- Ergebnis Adwords geschaltet werden.

Daniel hat gesagt…

Kann mir auch gut vorstellen, dass die Kombination aus guten Suchergebnissen und der darüber liegenden Positionierung von Adwords-Anzeigen mehr bringt, als die Summe beider Teile. Einen gewissen Brandingeffekt kann man sicher nicht verneinen, wenn eine gute Keyword-Domain zweimal auf einer Suchergebnisseite erscheint (einmal in den organischen Ergebnissen und einmal in den Werbeanzeigen).

Jan hat gesagt…

Das Ganze bleibt graue Theorie, solange es nicht mit Zahlen in statistisch ausreichener Menge hinterlegt werden kann.
"Ich habe das Gefühl" oder ähnliche Aussagen müssen prinzipiell nicht falsch sein - aber....

Ernst hat gesagt…

Bei uns ist ebenfalls unter dem Strich ein Plus festzustellen, wenn Adwords mit in des SEO einbezogen wird (natürlich nur auf top sites)